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Autor Thema: Anekdoten aus der Tagespolitik  (Gelesen 15978 mal)
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masel

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masel


« am: 24.03.2014 23:20:25 »

Welche realistischen Sanktionen sollen das denn sein? Die USA haben nicht wirklich etwas, mit was sie Russland sanktionieren könnten. Das könnte allenfalls Europa mit entsprechenden Antworten der Russen wahrscheinlich.
Europa könnte kein Gas mehr von den Russen kaufen und ein Drittel des Verbrauchs stattdessen von wo nehmen? (Amerikanisches) Frankinggas? Kurzfristig kaum umzusetzen.
Man hat schon beim Iran gesehen, das Sanktionen nicht unmittelbar etwas gebracht haben. Russland kann Öl/Gas wahrscheinlich auch an Indien/China verkaufen, Militärequipment ebenso. Und hat einen für westliche Produkte doch hier und da interessanten Absatzmarkt.

Mittelfristig lachen sich die USA kaputt mal wieder ein Keil zwischen Europa und Russland getrieben zu haben und zusätzlich auch noch ein Abnehmer für ihr Zeug zu haben.
Die kleineren umliegenden Staaten und die Ukraine vielleicht auch werden sich in die Aufnahme der Nato bemühen, die EU zahlt und amerikanische Konzerne fördern eventuell vorhandenes Schiefergas in der Ukraine. Was kann die USA denn noch mehr wollen? Einen NATO Flottenstützpunkt auf Krim? Genauso unwahrscheinlich wie Russland Atomraketen auf Kuba stationiert.

Ein korruptes Staatsoberhaupt nach dem anderern plünderte bisher das ukrainische Volk aus. Es ist eine Illusion zu glauben das würde sich plötzlich ändern. Das Volk darf sich wahrscheinlich eher auf Sparpakete a la Griechenland "freuen". Was haben die denn schon außer einem (maroden) Erdgas-Durchleitungsnetz (dessen Bedeutung sich mit einer Pipeline durchs schwarze Meer verringern würde) und hier und da eventuell etwas Schiefergas und ein wenig (in westlichen Maßstäben) kaum wettbewerbsfähige Industrie.

Diese paar Inseln da bei Japan und Taiwan gehören sie eben vielleicht bald zu China, na und? Niemand wird deswegen einen 3. Weltkrieg anfangen.
« Letzte Änderung: 26.03.2014 08:53:05 von masel » Gespeichert

Striddl

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« am: 25.03.2014 02:35:42 »

@Sauron: ja, das ist mir auch bereits aufgefallen. diese einigkeit beschränkt sich aber leider auf außenpolitische themen. innenpolitisch ist die EU so zerstritten wie eh und jeh.

was die rüstungsgeschäfte mit frankreich angeht: es gibt da noch ein gewisses anderes, mitteleuropäisches land, welches kürzlich erst großflächig bekannt gegeben hat international mehr verantwortung tragen zu wollen und daher durchaus kurzfristig als abnehmer einspringen könnte. solange deutschland militärisch eine witzfigur ist, bringen wir auch politisch kein gewicht mit.

dem öttinger ist mittlerweile übrigens auch aufgefallen, dass nabucco vielleicht doch keine schlechte idee war.


aber um mal den blick ein wenig von europa wegzulenken: nachdem die inkompetenten behörden über zwei wochen benötigt haben, um endlich dieses malaisische flugzeug zu finden, möchte man ja meinen dass nun endlich die richtigen fragen gestellt werden.
und angeseichts der umstände dieses absturzes ist es mir zunächst mal herzlich egal, warum das flugzeug abgestürzt ist. aber will denn niemand mal die frage stellen, was zum henker die da unten verloren hatten?
ich weiß ja, wir leben in gefährlichen zeiten, und terrorismus ist überall bla bla; aber wenn ein flugzeug im südindischen ozean, mehrere tasend kilometer von jeglicher zivilisation entfernt abstürzt, dann möchte man sich doch eine bessere ausrede als terrorismus oder entführung ausdenken.

und was ist das eigentlich für ein bullshit geblubber mit diesen sateliten signalen? zuerst kommen die signale irgendwo aus einer region zwischen malaisia und vietnam, dann doch irgendwo mehr richtung nordwesten, und nach zwei wochen fällt ihnen plätzlich auf, dass die empfangenen signale doch zig tausende kilometer weiter südlich herkamen. für wie blöd halten die einen eigentlich?
« Letzte Änderung: 25.03.2014 02:37:52 von Striddl » Gespeichert

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“That's the beauty of argument. If you argue correctly, you're never wrong.” - Nick Naylor
HSINC
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« am: 25.03.2014 03:24:35 »

ich hab nicht das gefühl das die eu vereint ist. eher gibt es 2 lager. einmal de und fr, die zu viel wirtschaft in rus haben und deutlich verlieren können, sollten da wirklich irgendwelche sanktionen getroffen werden (güter nach rus, gas&rohstoffe von rus) und zum anderen polen und co welche sowieso eine recht grosse aversion gegen rus haben und die nicht so viel zu verlieren haben. zur zeit schaut es nur so aus als würden sich die hardliner durchsetzen, allerdings glaub ich nicht das es zu irgendwas härteren kommt. dafür steht für de&frs wirtschaft einfach zu viel auf dem spiel.

allerdings ist die ganze sache wie immer recht komplex und unsere medien schaffen es wie immer nicht, das irgendwie sinnvoll rüberzubringen.
« Letzte Änderung: 25.03.2014 03:26:35 von HSINC » Gespeichert
whiskey

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Alpha Centauri


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« am: 25.03.2014 08:24:14 »

aber wenn ein flugzeug im südindischen ozean, mehrere tasend kilometer von jeglicher zivilisation entfernt abstürzt, dann möchte man sich doch eine bessere ausrede als terrorismus oder entführung ausdenken.

ausbruch von genetisch gezüchteten kampfviren an bord und es gab mutige, die das flugzeug fern jeder zivilisation ins wasser abstürzen ließen?
scnr
terrorismus und entführung ist halt nun mal am naheliegendsten. was sich da sonst noch für dramen an bord abgespielt haben, werden wir nie erfahren (außer den mutmaßungen in irgendeinem film, der darüber garantiert gedreht wird)
« Letzte Änderung: 25.03.2014 08:26:11 von whiskey » Gespeichert

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masel

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masel


« am: 25.03.2014 08:50:29 »

Warum sind Terrorismus und Entführung am naheliegendsten? Wie wärs mit einem "simplen" Feuer oder so?
So eine Boing kann auch ohne Piloten fliegen, bis das Kerosin hald alle ist.

Spekulieren kann man natürlich viel, vielleicht findet man den Flugschreiber irgendwann mal.

Aber Striddl hat schon recht, da hätte die NSA einmal was sinnvolles tun können und dann sowas.
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Sauron
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« am: 25.03.2014 10:51:57 »

Technische Probleme dürfte das naheliegenste bei dieser Geschichte sein. Auch ohne Pilot fliegt so eine Maschine noch relativ lange weiter, selbst wenn ein Feuer die Cockpit Besatzung außer Gefecht gesetzt hat. Die dafür notwendigen Systeme gibt es 4-fach und nicht nur an einem Ort.
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Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
whiskey

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Alpha Centauri


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« am: 25.03.2014 10:56:14 »

mit nem simplen feuer dürfte es aber recht unwahrscheinlich sein, dass die noch so weit geflogen sind, wie die das jetzt vermuten mit den wrackteilen. (sauron hat dazwischengespamt)

vielleicht war ja auch ein bisher unbekanntes snowden-equivalent an bord und die cia hat solange gebraucht, um unverdächtige wrackteile andernorts (eben die jetzige fundstelle) zu verbringen.

auf jeden fall birgt das ganze großes potential für jede menge verschwörungstheorien.
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Midori

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Kaiser Willhelm I.


« am: 25.03.2014 17:18:26 »

Alle theorien haben soviel aussagekraft, wie die Theorie, dass die madagaskar Pinguine das Flugzeug entführt haben:



Ohne Hinweise, nämlich keine.
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Iseutz
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« am: 26.03.2014 08:42:50 »

ich finde die aktion 'heim ins zarenreich' gut und überfällig. die Krim war eigentlich nie teil der ukraine, sondern seit dem niedergang des ottomanenreichs immer russlands bzw der sowjetunion. chrustschow hat die krim zwar 'verschenkt', allerdings während die ukraine teil der sowjetunion war und damit war das ein rein symbolischer akt, da die verwaltung und kontrolle weiterhin bei moskau lag. hätte die ddr sachsen oder mecklenburg an polen verschenkt als zeichen der freundschaft, dann wäre das bei der wende auch ein thema gewesen und so lange ein störfaktor, bis das problem beseitigt worden wäre. nur um hier mal die verhältnisse zu verdeutlichen, denn aus unserer dtl-zentrierten sicht der dinge vergisst man gerne mal, dass bestimmte konflikte anderswo halt auch anders perzipiert werden.

ob das ganze jetzt zu einem stärkeren zusammenhalt der westmächte bzw eu geführt hat, muß mE ganz stark bezweifelt werden. an den verhältnissen hat sich rein gar nichts geändert. die USA ist immer noch supermacht, american decline hin oder her. ihre vasallenstrukturen aus der post-ww2 zeit funktionieren nach wie vor, wenn die USA bellen, dann kläffen die köter halt auch. und was anderes als bellen ist es, wenn Obama, der friedensnobelpreisträger, ganz offen sagt, russland müsse jetzt den preis für seine aktionen zahlen? wie soll sich Putin da nicht bedroht fühlen? was momentan läuft sind nichts anderes als die altbekannten einkreisungsstrategien, die osterweiterung der EU war nichts anderes als das nutzen einer guten gelegenheit und die aktuellen reibereien sind eine konsequenz daraus. die ukraine ist jetzt ein frontstaat und so wird mit ihr umgegangen, jeder versucht seinen einfluß durchzusetzen auf kosten der bürger des landes und beide seiten nutzen die ebenfalls altbekannten mittel aus zeiten der ost-west konfrontation wie man sie aus der deutsch-deutschen geschichte kennt: geld und militärisches potential. deutschland hat dabei übrigens am wenigsten von allen europäern zu befürchten, im falle eines konventionellen krieges ist der schauplatz weit genug weg, wir haben keine kampftruppen um mitzukämpfen, es gibt genug geld auf der hohen kante, man hat in den medien bereits hart am bild der eigenen moralischen überlegenheit gearbeitet und wirtschaftlich sind solche krisen hervorragend geeignet für weitere finanzielle und materielle akkumulation (die natürlich von denen vorgenommen wird, die bereits dazu in der lage sind, ergo den wohlhabenden in dtl). wenn man sich das vor augen hält, kann man sich auch hinsichtlich der kritik an den USA zurückhalten. klar benutzen die uns bzw ganz europa, aber 'wir' profitieren auch davon. jedenfalls die leute, die sich krisen leisten können. es hat sich also rein gar nichts gändert.

dass in der ukraine so starke rechte und oligarchische kräfte am werk sind, ist ein zeichen dafür, dass die staatlichkeit dort schon lange nicht mehr funktioniert hat bzw. nie so weit entwickelt war, dass man von funktionieren hätte reden können. ich bezweifle, dass es über diese pufferregion zu ernsthaften konflikten kommen wird. erstens lohnt es sich nicht und zweitens kann man bei beteiligung einer atommacht keine kriege gewinnen. was denkbar wäre, ist ein regionaler konflikt von seiten der ukraine aus, der russland ermöglicht (dann in einer echten annexion), die südukraine an sich zu reißen. und danach wird man sich wieder anderen problemen zuwenden. bpsw taiwan, was Midori schon erwähnte oder iran oder, wenns gar zu langweilig geworden ist, syrien, zentralafrika, südsudan, mexico, pakistan... die zeit der großkonflikte ist vorbei, zu teuer (ausnahme ist indien-pakistan-china, sollte es da krachen, dann richtig). dass davon trotzdem geredet wird ist einzig und allein rhetorische spielerei zur selbstlegitimation für interventionen, die nicht legitim sind.

und zum thema flugzeug - es ist merkwürdig, dass es die erkenntnis gibt, dass die geschichte entweder unbedeutend ist oder sogar ein gezieltes ablenkungsmanöver, aber dennoch nicht das vermögen besteht, von dieser story abzulassen. vllt sollten wir anfangen gesetzgebungsprozesse zu mystifizieren, das könnte dafür sorgen, dass wir uns an den konkreten problemen festbeißen und anhaltendes interesse an unserer selbstverwaltung zeigen...

(vieles davon wurde schon geschrieben, aber wollte auch mal wieder meinen senf abladen Wink)
« Letzte Änderung: 26.03.2014 08:52:02 von Iseutz » Gespeichert

Wer Enten füttert, der verbrennt auch Menschen!
Marge, warum kriegt der Hund Fleisch und ich nicht? - Aber Homer. das ist Pansen! - Hmmm, Pansen...

Striddl

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« am: 17.05.2014 17:13:32 »

nachdem die krise ja immer weiter eskaliert, muss ich hier jetzt doch mal wieder was schreiben.

ich verstehe einfach nicht, warum in ganz deutschand versucht wird mit fadenscheinigen argumenten den lupenreinen demokraten putin zu unterstützen.

zunächst mal diese sache mit der behauptung die krim sei ja eigentlich immer russisch gewesen - und das gar seit jahrhunderten! dabei war die krim noch weniger russisch als das elsass deutsch war.
fakt ist, dass bis 1944 die krimtartaren die große mehrheit der bevölkerung auf der krim gestellt hatten und erst nach der ethnischen säuberung druch stalin sowie die anschließende neubesiedlung mit russen, gab es dort tatsächlich eine russische mehrheit. insofern gleicht es eigentlich sogar noch mehr der deutschen osterweiterung.

und auch die "schenkung" der krim an die ukraine ist weiß gott nicht aus philantropischen gründen geschen, sondern schlicht aus politschem kalkühl. zum einen war die krim damals nichts weiter als ein rauchender schutthaufen, den man zur kostspieligen generalsanierung gerne dem kleinen bruder überließ. zum anderen gab es in sämtlichen sowjetischen teilrepubliken nach wie vor nationalistische bestrebungen gegen die sowjetunion - und die ukraine als größter vasall war eben das zentrum dieser anti sowjetischen tendenzen. durch die schenkung der krim hat man nicht nur den ukrainischen nationalisten das wasser abgegraben, sondern gleichzeitig auch noch einen keil zwischen die einzelnen gegner des russischen imperialismus getrieben. die gesamte südliche sowjetunion von aserbaidjan im westen bis kirgisistan im osten war schließlich zum aller größten teil muslimisch. wieviele dieser muslime haben die ukraine wohl noch als verbündeten gegen moskau gesehen, nachdem die krim - über jahrhunderte hinweg muslimisch - auf einmal zur ukraine gehört.
und letztlich darf man vielleicht auch nicht übersehen, dass im gleichen vertrag der die krim der ukraine zuspricht auch ein nicht unbeträchtlicher teil im nord- und südosten der ukraine an russland abgetreten wurde.

dein vergleich mit sachsen, iseutz, ist unter den umständen einfach hanebüchner unsinn. eine bessere analogie wäre wohl, wenn chrustschow ostpreußen der ddr geschänkt hätte. da wären wir auch nicht glücklich wenn dann auf einmal russische panzer dastünden.


und auch diese dreiste pseudoargumentation von wegen "die usa/die maidan aktivisten/die nato/ wären ja auch nicht besser, blabla..." :
also nur weil wir in vielen dingen nicht mit den usa übereinstimmen, schießen wir uns einfach mal ins eigene knie, in der hoffnung dass es den amis auch ein wenig weh tut? was ist denn das für eine logik? (ich halte auch nichts von dem ttip, aber was hat das damit zu tun, dass putin in europa einmarschiert?!) es geht hier schließlich um europäischen boden. es geht hier um unsere interessen, die hier auf dem spiel stehen. dass die usa auf unserer seite des schachbretts steht, macht unsere eigenen interessen nicht weniger relevant.

und wer rechtsradikale hooligans auf dem maidan mit einer de fakto russischen armeepräsenz in der ostukraine vergleicht, dem ist auch nicht mehr zu helfen. die einen haben molotow-cocktails, die anderen fahren mit panzern und kriegswaffen vor.


und zuguterletzt sollte man sich als deutscher auch zweimal überlegen, ob man jemandem das wort reden will, der in russland gerade einen modernen faschismus installiert. und das meine ich jetzt nicht nur als anspielung auf historische analogien, sondern schlicht auf die tatsache bezogen, dass alles was putin sagt und tut unseren europäischen werten diametral entgegen steht: vernichten der opposition, unterdrückung von journalisten, zensur, diskriminierung sämtlicher minderheiten, gleichschaltung der medien, etablierung eines führerkults und - auch nicht ganz unbedeutend - anektion angrenzender länder.


ich bin einfach fassungsos wieviele deutsche diese handlungen derzeit blindlings verteidigen. gleichzeitig bin ich allerdings auch dankbar einmal live miterleben zu können, wie es eine gesellschaft fertig bringt - ohne von dem hohen ross der eigenen moralischen überlegenheit herabzusteigen - aus ignoranz und zynischer gleichgültigkeit auch die übelsten tyrannen zu tolerieren - und das auch noch mit eben jener vermeintlichen moralischen überlegenheit zu begründen.


edit:
iseutz: das thema ist mittlerweile zwar auch gegessen, aber dass du ein flugzeugunglück mit über 200 toten als unbedeutend abtust und berechtigte fragen mit der floskel "mystifizierung" ins lächerliche ziehen willst, zeugt mal wieder von genau der zynischen gleichgültigkeit die ich oben angesprochen habe. man muss dabei keine angehörigen verloren haben um sich zu fragen wie es sein kann, dass ein flugzeug völlig ab vom kurs mehrere stunden lang quer über das hoheitsgebiet mehrere staat fliegen kann ohne dass jemand etwas merkt.
« Letzte Änderung: 17.05.2014 17:25:33 von Striddl » Gespeichert

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“That's the beauty of argument. If you argue correctly, you're never wrong.” - Nick Naylor
Anarion-1

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Anarion-1


« am: 17.05.2014 23:03:17 »

Was mir persönlich als das größte Problem dieses Konflikts ins Auge fällt, ist die Berichterstattung. Es verstört mich sehr, dass ALLE Medien ins dasselbe Horn blasen. Es gibt kein Pro- und Contra, bzw. (wem das du zu viel Wertung impliziert) keine Seiten, die genauer beleuchtet werden.

Russland wird, unter Verwendung des Gesichts Putins, dämonisiert, als große, böse Ostmacht, die einfach Landteile an sich reißen kann. - Ja, Russland kann das auch tatsächlich. Sie sind eine Supermacht, aber jede Industrienation (die Schweiz mal außen vor - deren Luftwaffe ist lt. einem Spiegel-Online-Artikel ja nur zwischen 08:00-12:00 und 13:30h bis 18:30h verfügbar) ist mehr oder minder in der Lage ein "weniger entwickeltes" Land zu besetzen und die Macht an sich zu reißen.
An sich wird das ja auf einer wirtschaftlichen Ebene die ganze Zeit praktiziert, davon redet nur keiner.

Nachdem sämtliche Medien rausposaunt haben, wie schlimm doch Victor Janukowitsch war und die Maidan-Bewegung längst überfällig war, ist es natürlich schwer, jetzt die Position zu wechseln und aufzuzeigen, dass die aktuellen ukrainischen Machthaber höchstwahrscheinlich nicht besser sind, als der Vorige. Die Wahlen werden meiner Einschätzung nach genauso manipuliert sein, wie das letzte Referendum der Separatisten, nur das hierbei internationale "Wahlbeobachter" anwesend sein werden um das kollektive Internationale Gewissen reinzuwaschen, die aber (selbst wenn denen etwas auffallen sollte) nichts unternehmen können. Angenommen die Wahl ist getürkt, was wird der Westen tun, bzw. welche Möglichkeiten würde denn bestehen? (Mit Panzern einrücken und eine freie Wahl erzwingen? Vermutlich nicht, dadurch würde man sich auf eine Stufe mit Russland stellen und zudem hätte man in Zukunft in Afrika eine Menge zu tun, was man ja auch nicht will)

Angenommen die ukrainische Regierung besteht wirklich aus rechtsradialken Faschisten, finde ich es SEHR bedenklich in welcher Art und Weise wir als Deutsche Diese unterstützen.
Zusätzlich muss ich zugeben, dass unter dieser Annahme ich die Krim-Annexion als das kleinere Übel erachte, weil nun hat ein Landstrich "den Besitzer gewechselt", womit ich besser schlafen kann, als wenn die rechtsradikale, faschistische ukrainische Regierung ein Kosovo 2.0 beginnt.

Ich vertrete eher die Ansicht, dass wir als Westen uns mit unseren Wertung und öffentlichen Verhalten deutlich vorsichtiger sein müssen, was diesen Konflikt angeht. Man geht nämlich immer davon aus, dass alle so sind wir. Russen sind aber Russen und die sind schon vom Charakter her ganz anders. Man DROHT Russen nicht. Sie reagieren anders darauf als westliche EU-Bürger. Das Ergebnis kann ja jeder sehen. Putin lässt die Muskeln spielen und die ganze Welt zittert.
Wahrscheinlich sitzt er im Kreml und lacht einfach nur...

Eine Ergänzung noch zum Schluss:
Die politische Diskussion über Rechtmäßigkeit von Annexionen, Revolutionen und politischen Aktionen, wie sie aktuell praktiziert werden sollten losgelöst gesehen werden, von dem was das Beste für die Volksgruppen in der Ukraine sind.
Ich kann nicht wirklich glauben, dass sich irgendeiner unserer feinen Politiker tatsächlich darüber Gedanken macht, was die Menschen in der Ukraine wünschen/benötigen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass nur wirtschaftspolitische Interessen dahinter stecken. Ansonsten würden wir in den Medien vermutlich auch mehr Beiträge und Berichte über das "Leid der Menschen in den Regionen" erfahren, um mehr Mitgefühl und Sympathie zu wecken im Sinne von man muss diesen Menschen doch helfen

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Nasobema Lyricum
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« am: 18.05.2014 17:25:19 »

ach, das ist doch alles pillepalle. In gar nicht so ferner Zukunft wird Humankapital in Form von billiger Arbeitskraft, nicht mehr benötigt werden, und dann wird sich unserer, von der Mehrheit scheinbar als gegeben angenommener, so bezeichnete demokratischer Sozialstaat ganz schnell abschaffen. Aber anstatt das man HIER auf die Strasse geht, lässt sich der Großteil an der medial geschaffenen Sensations und Empörungserektion durchs Leben zerren. Endlich ist er weg der Dreckgutenberg!
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Terrorism blows you up
Nastiness grinds you down
Stupidity wears you out
The media sucks you in, drags you out
Politics does you over
Up, down, in, out, under, over!

But ducks...
Ducks just LET YOU BE.

Ich bin kein Klugscheisser, ich weiß es wirklich besser!
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