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Autor Thema: Schuldenbremse fördert Staatspleiten?  (Gelesen 1269 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
der Jogi

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jogi


« am: 26.11.2012 14:13:15 »

Kann es sein, dass die Schuldenbremse das falsche Instrument ist?

Die Schuldenbremse besagt ja, dass man keine neuen Schulden mehr machen darf, wenn man einen gewissen Schuldenstand (gemessen am BIP) erreicht hat.

Das heißt die Staaten können im Aufschwung (steigendes BIP) Schulden machen. Werden sie auch tun...
Sollte es bergab gehen. sinken die Einnahmen und das BIP (Schulden im vergleich zum BIP steigen), Ausgaben steigen. Der Staat kann keine Schulden machen und muss sparen. Dabei schaden Ausgaben kürzungen/Steuererhöhungen in der Kriese mehr als Ausgaben erhöhungen/Steuersenkungen im Aufschwung helfen.

Bräuchten wir hier nicht ein komplexeres Instrument?
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DerBademeister

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Inaktiv


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« am: 27.11.2012 20:34:01 »

Das Ziel der Schuldenbremse besteht darin die Verschuldung zu erhöhen. Klingt paradox auf den ersten Blick, oder?

Die anhaltende Verschuldung der Haushalte zwingt dank der Schuldenbremse der Politik zwei grundlegende Handlungsoptionen auf: Steuererhöhung und/oder Ausgabenkürzung. Wir reden hier davon die gesamtstaatliche Verschuldung (von Bund, Ländern und Gemeinden) selbst in Zeiten wirtschaftlichen Wachstums um mehrere Zehmilliarden zu reduzieren.

Da Steuererhöhungen im neoliberalen Mantra allerdings Teufelswerk sind, erfüllt die Schuldenbremse ihren eigentlichen Zweck - die Verarmung des Staates und den Abbau staatlicher Leistungen. Es ist die Entwicklung hin zum "schlanken Staat" über ein Instrument das den Weg dorthin als TINA (there is no alternative) zwingend erscheinen lässt.

Hier erfüllt die Schuldenbremse nun ihre zweite Wirkung, nämlich die eines perpetuum mobile des Staatsabbaus. Wie wir an Griechenland aktuell sehen (oder an der Weimarer Republik nach 1929, wenn wir ein Geschichtsbuch bemühen wollen), führen massive Kürzungen im Staatshaushalt nicht zu einem Spareffekt sondern zum Gegenteil - dem Zusammenbruch der wirtschaftlichen Aktivität und damit auch zum Ausbleiben weiterer Staatseinnahmen. Die Schuldenbremse führt also zum Rückbau des Staates welcher zum Anstieg der Schulden führt welche wiederum einen weiteren Rückbau des Staates erforderlich machen - ein Teufelskreis.

Am Ende der Schuldenbremse bleibt ein libertäres Paradies übrig - die Hülle eines Staates in dem jeder für sich ums Überlegen kämpft sein Glück ohne staatliche Bevormundung finden kann.

Wie tief die "Sozialdemokraten" - ich nenne sie nur noch Sozialamokratten - gefallen sind sieht man auch daran, dass nicht einmal die fundamentalistischen Republikaner in den USA so weit gehen an sich diese Amputation der eigenen politischen Handlungsmöglichkeiten durchzuführen. Das ist die SPD im neuen Jahrtausend - volkswirtschaftlich rechts von einer Partei, für die eine staatliche Krankenversicherung Stalinismus bedeutet.
« Letzte Änderung: 27.11.2012 20:37:44 von DerBademeister » Gespeichert

Sumpfhuhn

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« am: 27.11.2012 20:50:07 »

Adam Smith - Der Wohlstand der Nationen.

Da wurden die möglichen Szenarien hinsichtlich Staatsentschuldung vorgestellt. Und seit damals, 1776, sind keine neuen Staatsentschuldungsstrategien hinzugekommen.

Das Buch gibt es seit über 20 Jahren als Taschenbuchausgabe und es kostet unter 20 Euro. Ist ne nette Klo-/Bettlektüre und es wirft einen unterhaltsamen Blick auf Leute, die den Begriff der "unsichtbaren Hand" benutzen.  Very Happy
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DerBademeister

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Inaktiv


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« am: 28.11.2012 00:46:39 »

Adam Smith - Der Wohlstand der Nationen.

Da wurden die möglichen Szenarien hinsichtlich Staatsentschuldung vorgestellt. Und seit damals, 1776, sind keine neuen Staatsentschuldungsstrategien hinzugekommen.

Das Buch gibt es seit über 20 Jahren als Taschenbuchausgabe und es kostet unter 20 Euro. Ist ne nette Klo-/Bettlektüre und es wirft einen unterhaltsamen Blick auf Leute, die den Begriff der "unsichtbaren Hand" benutzen.  Very Happy

Wenn man den Herrn Smith so liest, müsste man ihn für einen Sozialisten halten. Ich glaube die Stonebridges lesen eher was Aktuelleres, Hayek oder Friedman.
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der Jogi

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jogi


« am: 28.11.2012 18:28:24 »

Die Eurozone ist einfach zu entschulden. Wirlassen einfach ca. 10 bio Euro drucken und verteilen die an die Staaten
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axis2

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« am: 28.11.2012 20:37:07 »

und lösen damit ne inflation aus die sich so richtig gewaschen hat - gute idee Wink
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Wer die Dummköpfe gegen sich hat verdient Vertrauen.

 Jean Paul Sartre
Sauron
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« am: 28.11.2012 23:50:23 »

Aber durch die lösen sich die Schulden in Wohlgefallen auf, klingt nach einem Plan Wink
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Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
der Jogi

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jogi


« am: 29.11.2012 23:50:43 »

Das war bewusst etwas übertrieben dargestellt. Aber eine gewisse Abwertung wäre schon vom Vorteil. Es geht mir aber nicht um die Inflation, sondern darum die Schulden mit dem neuen Geld abzubezahlen.

Nehmen wir mal an wir drucken 100 mia Euro und vertielen die an die Eurostaaten. Effekt: Die Staaten könnten damit einen Teil der Schulden abbezahlen. Die Gesammtheit aller Euros würde einen Gegenwertverlust von 100 mia - deren Eigenwertanteil erleiden. Wieviel das jetzt geau ist weiß ich nicht. Da ich nicht die Konkrete Summe des Weltweiten Eurobeitzes kenne.

Negativer Nebeneffekt wäre, dass die Spekuanren dann gegen Euro, der dann eine schwache Währung wäre, spekuieren würden.

--> Mehr Inflation.
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