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Autor Thema: Eurokrise und Bundestagswahl  (Gelesen 5492 mal)
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der Jogi

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jogi


« am: 26.11.2012 14:00:16 »

Hat schon jemand gehört welce Partei welche Lösung für die Eurokrise anbietet?

Bisher habe ich nur Folgendes dazu wahrgenommen:

CDU: Garantien und sparen (funktioniert nicht bis auf in Ausnahmefällen (siehe Grieschenland)
CSU/FDP: Siehe CDU + Austritt der Länder bei denen es nicht funktioniert


SPD: Bei der SPD kenne ich noch kein Konzept. Man hat mangels eigener Mehrheit die CDU-Lösung des  Problems genutzt um Zeit zu kaufen. Lösungsansätze: Altschuldentilgungsfond, Eurobond,... (Also Vergemeinschaftung der Schulden oder des Risikozuschlags auf die Anleihen)
Grüne: (Siehe SPD)

Linke: Eurobonds

Piraten: k.A.


Warum bezieht von denen keiner Stellung?
Hat jemand von euch dazu scho mal was genaueres geört?
« Letzte Änderung: 26.11.2012 21:21:28 von der Jogi » Gespeichert

whiskey

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Alpha Centauri


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« am: 26.11.2012 14:59:05 »

Warum bezieht von denen keiner Stellung?
das ist der lafontaine-effekt: sagste die wahrheit, wirste nicht gewählt.

das wahlvieh will beschissen werden.
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Striddl

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« am: 26.11.2012 15:39:42 »

es ist schwer über eine frage zu diskutieren, wenn die frage selbst schon von falschen annahmen ausgeht. wer behauptet denn, dass bestimmte parteien keine stelung zur eurokrise beziehen? (also außer dir)

am einfachsten ist es natürlich bei den piraten. die haben zu allem eine stellung. selbst zu zeitreisen und freibier.

und auch die linkspartei hat sehr wohl eine recht eindeutige position zur eurokrise. übrigens eine der wenigen positionen der linkspartei die in ihren kernpunkten mehrheitsfähig sein könnte. (in der bevölkerung, nicht im bt natürlich)

und die spd unterscheidet sich, wie ich schon öfters angemerkt habe, nicht mehr von der cdu. daher hört man von deren position auch wenig. wenn man den regierenden parteien in allen wesentlichen punkten zustimmt, kann man natürlich keine medienwirksame propaganda gegen die regierungspolitik machen.
das ist dann auch gleich der grund, warum die spd im wahlkampf nicht punkten kann. den wählern zu vermitteln, dass die regierenden alles falsch machen, man selber aber im wesentlichen nichts anderes macht, ist recht schwer.
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Sauron
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« am: 26.11.2012 16:14:59 »

Lafontaine kann sagen, was er will, ich würde den nie wählen...
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whiskey

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Alpha Centauri


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« am: 26.11.2012 16:16:40 »

tip an sauron: das war damals als er gegen kohl als kanzlerkandidat antrat für die spd (da war er meiner meinung nach sogar noch wählbar im gegensatz zu heute). lafontaine hat gesagt, dass die wiedervereinigung kostet, kohl hat das verneint. ergebnis: wir (wessis) zahlen heute noch.
« Letzte Änderung: 26.11.2012 16:17:04 von whiskey » Gespeichert

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der Jogi

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jogi


« am: 26.11.2012 17:02:21 »

es ist schwer über eine frage zu diskutieren, wenn die frage selbst schon von falschen annahmen ausgeht. wer behauptet denn, dass bestimmte parteien keine stelung zur eurokrise beziehen? (also außer dir)

In meinen Post waren mehrere Fragen. Ich habe zunächst  danach gefragt, ob es Positionen gibt und erwartet ,dass man antizipieren kann, dass die letzte als Wenn-dann-Frage ist...
Wennn andere Parteien da eine andere Position haben ist das zu mir noch nicht durchgedrungen.

am einfachsten ist es natürlich bei den piraten. die haben zu allem eine stellung. selbst zu zeitreisen und freibier.

Soweit ich weiß haben die Piraten das Eurothema bei ihrem Parteitag bisher ausgeklammert. Halte deine Aussage somit für wiederlegt.

und auch die linkspartei hat sehr wohl eine recht eindeutige position zur eurokrise. übrigens eine der wenigen positionen der linkspartei die in ihren kernpunkten mehrheitsfähig sein könnte. (in der bevölkerung, nicht im bt natürlich)

Eine Frage im Startpost war, ob zu euch da mehr durchgedrungen ist. Wenn du also mehr weißt, warum schreibst du es dann nicht? (btw. wollten die nicht die EZB anpumpen?)

und die spd unterscheidet sich, wie ich schon öfters angemerkt habe, nicht mehr von der cdu. daher hört man von deren position auch wenig. wenn man den regierenden parteien in allen wesentlichen punkten zustimmt, kann man natürlich keine medienwirksame propaganda gegen die regierungspolitik machen.

Ich habe im Startpost einen wesentlichen Unterschied aufgezeichnet....

@ Sauron und Whiskey: Das Thema Glaubwürdigkeit gehört hier nicht rein. Ihr könnt gerne einen Thread zu dem Thema aufmachen. Ich würde mich auch daran beteidigen.
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whiskey

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Alpha Centauri


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« am: 26.11.2012 17:05:47 »

zumindest mein erster post war ja ne antwort auf eine deiner fragen.

aber du hast recht, wir sind richtung thema glaubwürdigkeit abgedriftet. eine eigene diskussion zu dem thema erübrigt sich aber, die wär arg einseitig bei politikern.
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Sauron
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« am: 26.11.2012 17:25:49 »

Ging mir auch weniger um Glaubwürdigkeit, als vielmehr um die Person. Wenn ich jemanden auf den Tod nicht ausstehen kann, dann werde ich den kaum wählen, egal, was er von sich gibt.
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der Jogi

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jogi


« am: 26.11.2012 17:32:38 »

Ging mir auch weniger um Glaubwürdigkeit, als vielmehr um die Person. Wenn ich jemanden auf den Tod nicht ausstehen kann, dann werde ich den kaum wählen, egal, was er von sich gibt.

Gehört trotzdem hier nicht hin. Aber das ist im Wesentlichen einfach zu kurz gedacht...
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Striddl

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« am: 26.11.2012 18:28:26 »

es ist ja löblich, dass du versuchst, das board mit einer diskussion zu beleben, aber so wird das definitiv nichts. es kann nicht sein, dass ich jetzt für dich die parteipositionen auf der homepage der linken raussuche.

um mal ein paar stichpunkte zu nennen:

- millionärssteuer und vermögenssteuer um haushalte in ordnung zu bringen
- katja kipping hat vor ein paar wochen bzw. mittlerweile monaten einen spitzensteuersatz von 100% ab 40k monatlichem einkommen gefordert
- anheben der lohnstückkosten in DE um die außenhandelsbilanz ins gleichgewicht zu bringen und die südstaaten zu entlasten (mindestlohn, hartz4, etc)
- massive bankenregulierung
- staatliche einlagensicherung für kleinanleger, anstatt komplette bankenrettung (hat die wagenknecht kürzlich gefordert)
- euro-bonds
- finanztransaktionssteuer

so, das muss jetzt aber auch reichen. mit ausnahme der ersten beiden dürften die vorschläge in deutschland recht populär sein.

das mit den piraten war nicht wirklich ernst gemeint, spielt aber auch keine rolle. was diese spaßpartei fordert ist mir recht wumpe. da frage ich noch eher den sonneborn nach möglichen auswegen aus der krise.


und nochmal, die spd ist im kern von der cdu nicht mehr zu unterscheiden. beide stehen grundsätzlich hinter der eu. die spd geht teilweise nur etwas weiter und fordert bspw. euro-bonds. da die in der bevölkerung aber absolut unbeliebt sind, wird das niemals kommen. sonst wär auch die cdu dafür zu haben. unbegrenzte haftung haben wir auch mit der cdu. was stört, ist lediglich der name euro-bonds.
davon abgesehen steht die spd weniger für sparen und spricht sich für konjunkturprogramme aus. auch finanztransaktionssteuer und ähnliches ist im gespräch. glaube aber nicht, dass da ein ganzheitliches konzept dahinter steht.

mit peer steinbrück an der spitze sind das aber alles sowieso nur luftblasen und können getrost vergessen werden.
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axis2

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« am: 26.11.2012 20:10:37 »

wenn man den einkommensmedian mal heran zieht müsste die linke eigentlich unglaublich viele potentielle wähler haben, sind das die ~30% die nicht zur wahl gehen? ^^
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der Jogi

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jogi


« am: 26.11.2012 20:29:38 »

@Striddl: Deinen Pot kann man auf folgendes zusammenkürzen:
- euro-bonds

Ich weiß wofür die Linke im Allgemeinen Steht. Wusste aber nicht, dass sie für Eurobonds stehen.

off Topic:

@Striddl
Die SPD ist schon noch von CDU zu unterscheiden. Nur Die Frauen Merkel und Von der Leyen nicht. Die Parteien haben ein wesentliches Probem. Während der Hochphase des Neolieralismus in der Gesellschaft war Rot-Grün an der Macht und hat Harz/Basel/Riester/Steuersenkung beschlossen. Darauf kam Stilstand mit der großen Koalition.  (Was für 4 Jahre Harz wirken lassen gut war.) In diesen 4 Jahen kamen 2 Sachen. Die Menschen haben die Auswirkungen gesehen und die Bankenkriese erlebt.  Das hat die Gesellschaft extrem verändert.  Jetzt ist die Mitten der Gesellschaft links von der SPD die Harz beschlossen hat. Aber die Stones können nicht von der Linie abweischen.
Jetzt hat de CDU das Problem, dass sie sich nicht auf eine Richtung festlegen kann, weil da noch die SPD ist. Das wird sich aber ändern. Die gesellscaftliche Mitte wird einen Teil des Weges zurückschwenken (bzw. ist schon dabei) und SPD wird nach den Stones auch wieder etwas nach links rücken, aber nie wieder die nichtradikalen Linken aufnehmen, die sie damals verprellt hat. Deshalb wird der Unterschied dauerhaft geringer bleiben, als er das letzte Jahrhundert war, weil die SPD die linken aus dem linken Flügel verloren hat und damt (dauerhaft) ein wenig in richtung CDU gewandert ist.

@Axis2: Jetzt noch ein drittes Fass aufmachen wäre plöt!

PS: Das manche in der Linken ihren Realitätsverlust genießen, ist doch ein offenes Geheimnis...
Aber Verrückte gibt es in jeder Partei: Sarazin (SPD) Eurogegner in der CDU/CSU und der FDP. Jeder weiß, dass die eigendlich nicht darein gehören...
« Letzte Änderung: 26.11.2012 20:36:24 von der Jogi » Gespeichert

Striddl

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« am: 26.11.2012 20:57:10 »

@Striddl: Deinen Pot kann man auf folgendes zusammenkürzen:
- euro-bonds

Ich weiß wofür die Linke im Allgemeinen Steht. Wusste aber nicht, dass sie für Eurobonds stehen.

ahja. ich hab dir allein für die linkspartei 6 zentrale punkte in direktem bezug auf die euro krise gegeben. wenn du nach dem zufallsprinzip 95% meines posts wegstreichst, dann kann tatsächlich das dabei rauskommen. stellt sich nur die frage warum du den rest ignorieren willst, und ob dir tatsächlich etwas an einer diskussion liegt, wenn du so vorgehst.
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der Jogi

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jogi


« am: 26.11.2012 21:20:22 »

Sehe ich anders! Sin andere Themen, die natürlich mit der Kriese zuammenhängen aber nichts mit deren Lösung Zu tun haben.
1 millionärssteuer und vermögenssteuer um haushalte in ordnung zu bringen
2 katja kipping hat vor ein paar wochen bzw. mittlerweile monaten einen spitzensteuersatz von 100% ab 40k monatlichem einkommen gefordert
3 anheben der lohnstückkosten in DE um die außenhandelsbilanz ins gleichgewicht zu bringen und die südstaaten zu entlasten (mindestlohn, hartz4, etc)
4 massive bankenregulierung
5 staatliche einlagensicherung für kleinanleger, anstatt komplette bankenrettung (hat die wagenknecht kürzlich gefordert)
6 euro-bonds
7 finanztransaktionssteuer

Themenzuordnung
1. Beteidigung der Vermögen am Steueraufkommen. (Das Thema ist viel älter als die Eurokriese)
2. Gerechtigkeit. (Halte die Foderung allerdings für absoluten Blödsinn und würde mich wundern wenn dass nicht die Meinung einer einzelnen Person ist.
3. Eurokriese (Keine Lösung (Habe ich deshalb ignoriert), würde Deutschland zum Südland machen... Hast du glaub ich, aber auch deutlich übertrieben dargestellt. )
4. Bankenkrise
5. Bankenkrise
6. Eurokriese
7. Bankenkrise
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axis2

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« am: 27.11.2012 07:09:44 »

die differenzierung von bankenkrise und eurokrise halte ich für gewagt, ohne bankenkrise keine wirkliche eurokrise und umgekehrt... eigentlich ist das vielmehr die krise der "wir geben mehr aus als wir einnehmen" und "wir geben denen geld um uns zu sanieren zu horrenden zinsen, obwohl wir wissen das das eigentlich nicht gut geht" stichwort zombie banken ^^

das eigentlich problem ist doch viel mehr die alte laier, das gewinne kapitalisiert werden und verluste sozialisiert. der einzige brauchbare lösungsansatz dafür sind vermutlich schuldenschnitte, also umverteilung von kapital.

ich glaub das die meisten lösungsansätze der linken zwar vom grundsatz her richtig sind, aber eher nicht durchsetzbar sind. bsp. finanztransaktionssteuer -> bringt nur was wenn in europa die mehrheit mit zieht (wonach es wohl eher nicht aussieht - und die bankenlobby wird auch alles dagegen tun das es nicht so kommt Wink)



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Striddl

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« am: 27.11.2012 10:06:04 »

ach jogi, ich bin es ehrlich gesagt leid, mit dir über solche formalitäten zu streiten. du hast eine einfache frage gestellt, ich habe sie beantwortet. wenn du alles besser weißt, warum fragst du dann eigentlich noch?

geh doch einfach zu den herren lafontaine und steinbrück, und erklär ihnen mal mit deiner ganzen fundierten sachkenntnis, dass eurokrise und bankenkrise zwei grundverschiedene dinge sind, und unabhängig voneinander gelöst werden müssen. (wenn du schon dabei bist, dann erklär das auch noch den 7mrd anderen menschen auf der welt) ich bin mir sicher, die parteien werden einsichtig sein und ihre parteiprogramme entsprechend anpassen.

bis dahin musst du wohl oder übel akzeptieren, dass die parteien sich nur mit einer krise konfrontiert sehen, und somit auch nur ganzheitliche lösungsansätze bieten.


was die lohnstückkosten in deutschland angeht, so ist deren stagnation während der letzten 10 jahre im europäischen vergleich eine der maßgeblichen ursachen für die krise in europa.
dass eine diesbezügliche angleichung der europäischen nationen notwendig ist, um eine funktionierende wirtschaftsunion aufzubauen hat mittlerweile jeder eingesehen. unsere schwarz-gelbe koalition hält es nur für besser, die sozialsysteme in resteuropa an unser mittlerweile zerstörtes system anzugleichen, anstatt das deutsche wieder aufzubauen. dass du dich der gleichen argumentation bedienst, und behauptest das würde "deutschland zum südland machen" ist häme pur.
ja sicherlich, dann ist deutschland auf einer linie, wie die ganzen südländer. bspw. schweden, niederlande, finnland, österreich und frankreich, großbrittanien und all die anderen länder, deren lohnstückkosten im vergleich zu deutschland um bis zu 50% gestiegen sind.
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jogi


« am: 27.11.2012 18:05:22 »

die differenzierung von bankenkrise und eurokrise halte ich für gewagt, ohne bankenkrise keine wirkliche eurokrise und umgekehrt... eigentlich ist das vielmehr die krise der "wir geben mehr aus als wir einnehmen" und "wir geben denen geld um uns zu sanieren zu horrenden zinsen, obwohl wir wissen das das eigentlich nicht gut geht" Stichwort zombie banken ^^
Die Bankenkriese war zumindest im Bezug auf Grieschenland nicht die Ursache sondern lediglich der Auslöser (im Gegensatz zu Irland und Spanien).


@Striddl:
1. Ich danke dir für die Antwort auf meiene Frage.
2. Nur weil ich geschrieben, dass ich in Teilen deiner Aussage nicht zustimme, heißt das nicht dass ich dich für Dumm halte. Ich glaube einfach, dass du falsch liegst mehr nicht.
3. Zur Erklärung meiner Aussage: Ja die Bankenkrise hat Geld gekostet und in Verbindung mit der Wirtschaftskriese dazu geführt, dass die Anleger an Grieschenland (und anderen) zweifeln. Aber das Problem ist die Verschuldung.
4. Die Lohnstückkosten sind nur ein Faktor für den Standort einer Firma. Somit wäre die erhöhung der Lohnsückkoosten für sich Genommen nicht die richtige Maßnahme. In dem Bereich brauchen wir den vielzitierten großen Wurf!
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DerBademeister

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« am: 27.11.2012 20:08:24 »

ach jogi, ich bin es ehrlich gesagt leid, mit dir über solche formalitäten zu streiten. du hast eine einfache frage gestellt, ich habe sie beantwortet. wenn du alles besser weißt, warum fragst du dann eigentlich noch?

geh doch einfach zu den herren lafontaine und steinbrück, und erklär ihnen mal mit deiner ganzen fundierten sachkenntnis, dass eurokrise und bankenkrise zwei grundverschiedene dinge sind, und unabhängig voneinander gelöst werden müssen. (wenn du schon dabei bist, dann erklär das auch noch den 7mrd anderen menschen auf der welt) ich bin mir sicher, die parteien werden einsichtig sein und ihre parteiprogramme entsprechend anpassen.

bis dahin musst du wohl oder übel akzeptieren, dass die parteien sich nur mit einer krise konfrontiert sehen, und somit auch nur ganzheitliche lösungsansätze bieten.


was die lohnstückkosten in deutschland angeht, so ist deren stagnation während der letzten 10 jahre im europäischen vergleich eine der maßgeblichen ursachen für die krise in europa.
dass eine diesbezügliche angleichung der europäischen nationen notwendig ist, um eine funktionierende wirtschaftsunion aufzubauen hat mittlerweile jeder eingesehen. unsere schwarz-gelbe koalition hält es nur für besser, die sozialsysteme in resteuropa an unser mittlerweile zerstörtes system anzugleichen, anstatt das deutsche wieder aufzubauen. dass du dich der gleichen argumentation bedienst, und behauptest das würde "deutschland zum südland machen" ist häme pur.
ja sicherlich, dann ist deutschland auf einer linie, wie die ganzen südländer. bspw. schweden, niederlande, finnland, österreich und frankreich, großbrittanien und all die anderen länder, deren lohnstückkosten im vergleich zu deutschland um bis zu 50% gestiegen sind.

Wenn man den Anstieg der Produktivität in den letzten 20 Jahren mit der sinkenden Kaufkraft vergleicht, so sind die Löhne und Gehälter in Deutschland Heute 20 % zu niedrig - d.h. jeder Einzelne von uns müsste eine satte Gehaltserhöhung bekommen um unser enormes Außenhandelsungleichgewicht und die schwache Binnenwirtschaft wieder ins Lot zu bringen. Das wird wie Du schon richtig bemerkt hast nicht passieren, stattdessen wird weiter ein "race to the bottom" propagiert, wie erst jüngst wieder von Professor Unsinn vom ifo Institut. Als Nächstes soll Frankreich die neoliberale Rosskur verpasst werden welche wir in Deutschland mit der Agenda 2010 durchgemacht haben - immerhin halten die Franzosen auch in der Krise noch an so marxistischem Teufelszeug wie Mindestlohn und gleicher Bezahlung von Leiharbeitern fest - die französischen Großindustriellen und Multimilliardäre wie Herr Arnault hätten eben gerne deutschen Sozialstaatsabbau auch in Frankreich, damit sie noch mehr Milliarden scheffeln können als bisher.

- katja kipping hat vor ein paar wochen bzw. mittlerweile monaten einen spitzensteuersatz von 100% ab 40k monatlichem einkommen gefordert

Kurzer Einwurfe, denn das ist so nicht ganz richtig: Frau Kippling sagte dass niemand mehr als 40.000 Euro im Monat verdienen müsse - müsse, nicht dürfe. Dieses Zitat basiert auf folgendem Interview mit der FAZ:

Zitat
FAZ: Sie sagten einmal, niemand müsse mehr als 40.000 Euro im Monat verdienen. Ist das ein praktisches politisches Ziel?

Kippling: Ja, es gibt da gute Vorbilder. Der französische Linkskandidat Mélenchon hat für Jahreseinkommen von mehr als 360.000 Euro einen Steuersatz von 100 Prozent gefordert. Er war damit sehr erfolgreich. Ich sage: ab 40.000 Euro im Monat gibt es kein Mehr an Lebensgenuss. Wenn es dann noch Einkommenszuwächse gibt, fließen sie in die Beeinflussung von politischen Entscheidungen durch Bestechung – oder in zerstörerische Finanzspekulationen.

FAZ: Also 100 Prozent Reichensteuer auch bei uns?

Kippling: Das ist keine Neiddebatte, sondern eine demokratietheoretische Frage. Es muss ein Mindestmaß an Sicherheit für alle geben. Wir sagen: Mindestsicherung und Mindestrente von 1050 Euro. Aber kein Mensch braucht mehr als das Vierzigfache des Mindesteinkommens. Alles was darüber liegt, kann man getrost mit 100 Prozent besteuern.

FAZ: Sind Sie gegen Luxus?

Kippling: Das ist nicht die Frage. Für mich entscheidet sich das Linkssein nicht daran, ob jemand einen großzügigen Lebensstil hat. Entscheidend ist: Zahlt er oder sie genügend Steuern, um auch anderen ein Mindestmaß an gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen?
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/katja-kipping-im-gespraech-40-000-euro-im-monat-sind-genug-11788075.html

Trotz der hundsblöde-neoliberalen Fragen der FAZ sind Frau Kipplings Antworten deutlich differenzierter als der auch bei Dir haften gebliebene soundbite auf den die FAZ das Interview mit ihr subsummiert hat. Ihr erstes Argument ("kein Mehr an Lebensgenuss") ist insoweit eine ziemlich korrekte Wiedergabe des ersten Gossenschen Gesetzes (über den abnehmenden Grenznutzen). Das Mehr an Lebensqualität zwischen einem Einkommen von 1000 und 2000 Euro ist drastisch, hingegen ist derselbe Anstieg von einem Einkommen von 40000 auf 41000 Euro praktisch irrelevant. Ab welchem Punkt dieser Nutzen eines höheren Einkommens abnimmt ist natürlich diskutabel - manche Menschen sind so unwahrscheinlich reich dass deren Kinder 200000 Euro bei einer beliebigen Partynacht in St. Tropez durchbringen, für die wäre eine saftige Besteuerung von großen Vermögen sicherlich eine andere Einschränkung als für Dich und mich, die wir niemals die 40000 im Monat auch nur annähernd erreichen werden.

Für Marktkapitalisten ist eine Diskussion über den Nutzen großer Vermögen allerdings prinzipiell tabu, da sie das Vater Unser dieser Religionsgemeinschaft in Frage stellt - grenzenlosen Wachstum und grenzenlose Gier. Dennoch halte ich es für wichtig diese Frage zu diskutieren - nicht nur gesellschaftlich, sondern auch makroökonomisch gesehen ist eine größere Gleichheit an Vermögensverteilung nämlich überaus positiv. Drastisch ungleiche Vermögensverteilung führt dagegen zu totalitärer Herrschaft, Massenarmut, Gewalt, Krieg und einer nicht nachhaltigen und langfristig schwachen wirtschaftlichen Entwicklung. So stehen unsere skandinavischen Nachbarn Heute wesentlich besser dar als wir, mit 25 bis 40 % Staatsverschuldung, während wir bei 80 % liegen.

Dies hängt wesentlich mit dem zweiten von Frau Kippling angeführten Argument zusammen, nämlich der Tatsache dass Zuwächse an großen Einkommen keine realwirtschaftliche Produktivität mehr freisetzen (z.B. Belebung der Binnenwirtschaft über privaten Konsum), sondern nur noch zur Spekulation eingesetzt werden. Erst die Umverteilung riesiger und ungenutzter Geldmengen hin zu einer kleinen Elite hat für das nötige Kleingeld gesorgt um die Spekulation mit immer exotischeren Finanzprodukten zu ermöglichen. Wenn wir die Menge dieses Spielgeldes begrenzen und es wieder in die Realwirtschaft zurückführen, dann nimmt auch die Größe der Spekulationsblasen und deren gesamtwirtschaftliches Risiko ("too big to fail" Investmentbanken) ab.
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« am: 27.11.2012 21:23:18 »

@jogi: dass die schulden der grund für die krise sind lässt sich ganz einfach dadurch widerlegen, dass spanien zu beginn der krise deutlich weniger schulden hatte als bspw deutschland. eine reine reduzierung auf schulden wird der thematik also nicht gerecht, weshalb der begriff 'schuldenkrise' auch völlig zu unrecht in diesem zusammenhang verwendet wird.
natürlich ist griechenland derzeit völlig überschuldet, aber kaputtsparen wird das problem sicher nicht lösen.

von einer separaten schulden- bzw. eurorkise zu sprechen ist auch aus anderem grund nicht angemessen: denn wieviele schulden ein land tragen kann lässt sich schlichtweg nicht pauschal sagen. japan steht bei über 200% schulden gemessen am BIP, und dank der dortigen gläubiger-situation bekommt japan nach wie vor günstiges geld. und auch griechenland kam vor der krise mit ihren schulden gut klar.

was wir in europa haben ist eine systemisch bedingte krise. da stecken die länder genauso drin wie die banken. und zur abwechslung ist das mal ein problem, das sich volkswirtschaftlich recht einfach erklären lässt. und damit wäre es auch nicht allzuschwer entsprechende lösungen durchzusetzen. wenn man nur wollte. griechenland, spanien und co auf die beine zu helfen bringt da gar nichts. die nächste krise ist gleich um die ecke.

@bade:
ich habe das original interview glaub ich gar nicht gelesen. hab im endeffekt nur den kläglichen rest mitbekommen der von den anderen medien über den äther geblasen wurde. ich schieb den faux pas daher ganz dreist einfach mal auf die medien die das falsch weiterverbreitet haben. Very Happy
ist dann aber doch tatsächlich ein ziemlicher unterschied zu dem was ich in erinnerung hatte.

wie dem auch sei, ich stimme dir da auch in eigentlich allen punkten zu.
dass große einkommensunterschiede sich negativ auf die gesellschaft auswirken und geld nicht mit lebensqualität gleichzusetzen ist, wurde mittlerweile ja auch oft genug belegt, dass man es als gesellschaftlichen konsens ansehen kann.
eine entsprechende angleichung sollte daher auch wichtigstes ziel der politik sein. es ist ja aber nicht nur so, dass sämtliche parteien dagegen sind, sondern auch der großteil der bevölkerung hält die hartz reformen für richtig.
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« am: 28.11.2012 01:19:42 »

@jogi: dass die schulden der grund für die krise sind lässt sich ganz einfach dadurch widerlegen, dass spanien zu beginn der krise deutlich weniger schulden hatte als bspw deutschland. eine reine reduzierung auf schulden wird der thematik also nicht gerecht, weshalb der begriff 'schuldenkrise' auch völlig zu unrecht in diesem zusammenhang verwendet wird.

Der Begriff "Schuldenkrise" ist ein unheimlich erfolgreiches Rebranding der Finanzkrise und ihrer Ursachen durch hocheffektive PR-Arbeit in Politik und Massenmedien. Du findest solche tendenziösen Propagandabegriffe immer wieder, "Steuersünder" und "Sozialschmarotzer" wären weitere Beispiele.

Zitat
natürlich ist griechenland derzeit völlig überschuldet, aber kaputtsparen wird das problem sicher nicht lösen.

Die deutschen Eliten können der Zerstörung der PIIGS Staaten durchaus Positives abgewinnen - so zum Beispiel die Zuwanderung billiger hoch qualifizierter Arbeitskräfte welche zu Allem bereit sind und somit praktischerweise auch gleich noch das Lohnniveau hier drücken und die Verhandlungsmacht der Arbeitgeber stärken.

Zitat
von einer separaten schulden- bzw. eurorkise zu sprechen ist auch aus anderem grund nicht angemessen: denn wieviele schulden ein land tragen kann lässt sich schlichtweg nicht pauschal sagen. japan steht bei über 200% schulden gemessen am BIP, und dank der dortigen gläubiger-situation bekommt japan nach wie vor günstiges geld. und auch griechenland kam vor der krise mit ihren schulden gut klar.

Weshalb einige Ökonomen dafür plädieren dass die EZB den Staaten das Geld direkt leiht, statt es den von uns geretteten Banken umsonst zu geben und die Banken unser Gel für 7 % Zinsen an Griechenland und Co. weiterleiten zu lassen. Da haben die beiden Chicago Boys Asmussen und Weidmann natürlich was dagegen, machen ihre Bankerfreunde doch ein riesen Geschäft damit.

Zitat
was wir in europa haben ist eine systemisch bedingte krise. da stecken die länder genauso drin wie die banken. und zur abwechslung ist das mal ein problem, das sich volkswirtschaftlich recht einfach erklären lässt. und damit wäre es auch nicht allzuschwer entsprechende lösungen durchzusetzen. wenn man nur wollte. griechenland, spanien und co auf die beine zu helfen bringt da gar nichts. die nächste krise ist gleich um die ecke.

Da Merkel und Co. nicht blöd sind kann man nur unterstellen dass hinter ihren Plänen ein Ziel steckt, nämlich ein fundamentaler Umbau Deutschlands und Europas. Man will den europäischen Sozialstaat auf ein Niveau schrumpfen wie es vor dem zweiten Weltkrieg war.

Zitat
@bade:
ich habe das original interview glaub ich gar nicht gelesen. hab im endeffekt nur den kläglichen rest mitbekommen der von den anderen medien über den äther geblasen wurde. ich schieb den faux pas daher ganz dreist einfach mal auf die medien die das falsch weiterverbreitet haben. Very Happy
ist dann aber doch tatsächlich ein ziemlicher unterschied zu dem was ich in erinnerung hatte.

wie dem auch sei, ich stimme dir da auch in eigentlich allen punkten zu.
dass große einkommensunterschiede sich negativ auf die gesellschaft auswirken und geld nicht mit lebensqualität gleichzusetzen ist, wurde mittlerweile ja auch oft genug belegt, dass man es als gesellschaftlichen konsens ansehen kann.
eine entsprechende angleichung sollte daher auch wichtigstes ziel der politik sein. es ist ja aber nicht nur so, dass sämtliche parteien dagegen sind, sondern auch der großteil der bevölkerung hält die hartz reformen für richtig.


Die Bevölkerung hält die Hartz Reformen für richtig, weil sie seit 10 Jahren auf allen Fernsehsendern und 2/3 der Zeitungen mit Propaganda gefüttert werden. Abseits von ein paar linken Zeitungen, in der Breitenwirkung irrelevanten Weblogs und wenigen verbliebenen investigativen Inseln bei den Dritten Programmen der ÖR sind unsere Medien stramm neoliberal gebürstet. Wenn ich mir Heute die Tagesschau oder Tagesthemen ansehe, so kommt mir deren Behandlung dieser Themen genauso vor wie früher die Berichterstattung der Aktuellen Kamera.

Beispiel gefällig?



Vergleiche mal wie viele Auftritte die Politiker der CSU (6.5 % Stimmen bei der letzten BT-Wahl) gegenüber denen der Linkspartei (11.9 % bei der letzten BT-Wahl) haben. Obwohl die Linkspartei eine fast doppelt so stimmenmächtige und national vertretene Partei sind, haben sie weniger als 1/10 der Medienpräsenz einer bayerischen Regionalpartei.

"Linke" Inhalte und Personen kommen in unseren Massenmedien schlicht nicht vor - und wenn ausnahmsweise doch, dann in einem beißend-spöttischen Ton. Wer das immer noch nicht glaubt möge sich mal die ZDF-Sommerinterviews ansehen und das Verhalten der Moderatoren bei den Interviewpartnern von CDU/CSU, FDP, Grünen und SPD vergleichen mit dem Verhalten dass diese objektiven Moderatoren bei der Linkspartei an den Tag legen.
« Letzte Änderung: 28.11.2012 01:22:08 von DerBademeister » Gespeichert

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