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Autor Thema: Wie lösen wir die Europäische Schuldenkrise?  (Gelesen 22578 mal)
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Wade Wilson

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« am: 01.08.2011 13:30:44 »

@striddl: Ach? Es gab Länder, die mehr Schulden als die heutige USA hatten oder gar haben? Mit der Benennung der Einzahl würde ich mich jetzt glatt zufrieden geben, so neugierig bin ich. Und keine %zahlen, die im verhältnis zum Bip stehen bitte, sondern nur die reine Summe.

Äh. Zahlen ohne Relation entbehren jeder Aussagekraft.

Aber bitte. Du möchtest Zahlen. Schwedens pro Kopf Verschuldung liegt bei 133.000 Schwedischen Kronen. In den USA beträgt die pro Kopf Verschuldung nur 39.488 Dollar. 133.00 ist mehr als 39.488.




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« am: 01.08.2011 13:58:28 »

danke!

Zitat
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Striddl

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« am: 02.08.2011 03:23:06 »

@striddl: Ach? Es gab Länder, die mehr Schulden als die heutige USA hatten oder gar haben? Mit der Benennung der Einzahl würde ich mich jetzt glatt zufrieden geben, so neugierig bin ich. Und keine %zahlen, die im verhältnis zum Bip stehen bitte, sondern nur die reine Summe.
ja ne is klar. du akzeptierst also nur absolute zahlen. es ergibt auch bestimmt sinn, länder zu vergleichen, deren bevölkerung sich um ein 10- oder 20ig-faches unterscheidet, und dabei dann mit absoluten zahlen daherkommen zu wollen.
nein, es hat bestimmt ühüh-ber-haauupt nichts auszusagen, dass die usa 30 mal mehr einwohner und ein 60-faches bip vorzuweisen hat als griechenland. wir vergleichen einfach die absoluten zahlen.
 
oh. mein. gott.

Zitat
Und nein da ist kein Widerspruch. Und bevor du es mir jetzt erklärst bedenke bitte alle möglichen dieser Aussage.
was bitte soll ich bedenken? ich werde dir sicher nicht bei der interpretation deiner eigenen aussage helfen. wenn du hier meinst mit altklugen semantik-spielchen daherkommen zu müssen, dann tu das meinetwegen, aber erwarte nicht, dass ich da mitmache.

Zitat
Sich einerseits über Zynismus echaufieren und andereseits der Meinungsfreiheit das wort reden ist im Gegensatz dazu so ziehmlich nah drann einer zu sein - also ein Widerspruch.
hier in diesem thread bin ich absolut nirgendwo explizit für meinungsfreiheit eingetreten. bei der ganzen spamgrütze im iw-forum würde mir das auch im traum nicht einfallen. ich habe lediglich gesagt, dass das hier ein forum zum meinungsaustausch ist. von frei habe ich sicher nichts gesagt. wozu haben wir hier sonst moderatoren. frei sollte das ganze nur im rahmen des themas sein.
ein großteil der kommentare auf welche ich mich mit der aussage beziehe ist leider weit entfernt davon, eine meinung widerzuspiegeln. sich da auf meinungsfreiheit zu berufen passt also schon gar nicht.

Zitat
und weil ich grade in flame laune bin:
Zitat
andererseits braucht ihr das geld wahrscheinlich eh nicht mehr, denn da unsere wirtschaft ohne kapitalmarkt sowieso nicht funktioniert muss man sich auch nicht mehr mit kleinigkeiten wie arbeiten (geschweige denn jeglicher form von wirtschaft) oder dem eigenen lebensunterhalt beschäftigen.

sowas schreiben und anderen  vorzuwerfen keine Ahnung zu haben finde ich mutig mein Wertester.
verschone mich bitte mit irgendwelchen gedankenspielchen und tollen simulationen, welche - selbst wenn man mal von den schwierigkeiten der umsetzung und der überwindung sämtlicher mentaler hürden der menschen absieht - ebensoviele probleme mit sich bringen, wie unsere bestehende gesellschaft; und davon abgesehen auch noch weit entfernter liegen als das paradies selbst. die menschen sind bereits überfordert, wenn sie im ausland auf der linken straßenseite fahren müssen. ich stelle mir gerade ein gar wunderbares spektakel vor, irgendetwas verändern zu wollen in den größenordnungen die du (und andere) hier vorbringst.
du magst das vielleicht nicht einsehen wollen, aber das zusammenleben der menschen wird nunmal von tag zu tag komplexer. irgendwelche alternativen wirtschaftssysteme mögen vielleicht vor 500 jahren noch funktioniert haben, als es allein um das überleben ging. in zeiten in denen die menschen ohne die passende ipad app nichtmal eine nudelsuppe kochen können, sind wir über diese epoche leider weit hinaus.
vielleicht täusche ich mich ja auch einfach, und dir ist es völlig gleichgültig, ob du nun nach heutigem standard lebst, oder in vorsintflutlichen verhältnissen dahinsiechst. mir jedenfalls nicht! und erfahrungsgemäß dürfte sich die mehrheit der menschen wohl eher meiner meinung anschließen - erst recht nachdem sie gerade erst den wechsel vom einen zum anderen geschafft haben.

Zitat
und EIGENTLICH wissen wir doch eh alle, dass sich der Markt total toll selber reguliert. also chillen ne?
hier versuchst du mich in eine ecke zu drängen, mit der ich definitiv nichts zu tun habe. das funktioniert so nicht mein lieber. ich bin sicher der letzte, der unregulierte märkte oder grenzenlose marktwirtschaft propagiert. ich sehe das ganze einfach nur realistisch und begnüge mich damit kleinere brötchen zu backen, anstatt mich in der philosophischen ecke und den dazu passenden traumwelten zu verlieren.
oder auch anders formuliert:

life's a bitch. period!

und ja, der markt reguliert sich tatsächlich selbst. in der aktuellen form tut er das meistens in form von weltweiten wirtschaftskrisen. nicht, dass ich das bevorzugen würde, aber dieser zustand lässt sich auch innerhalb der grenzen einer funktionierenden und sozialen marktwirtschaft ändern.



@sauron:
natürlich hast du völlig recht, dass bestimmte personen und gruppen vorteile daraus ziehen.
das bestreitet ja auch keiner. aber wie dir offensichtlich selbst bewusst ist, ist die aktuelle situation einfach jenseits von allem was gut und rechtens ist. deine beispiele zeigen das ja mehr als deutlich.
« Letzte Änderung: 03.08.2011 05:19:24 von Striddl » Gespeichert

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« am: 06.08.2011 11:25:59 »

Beim Lesen dieses postings hab ich ein Ziehen  im Nacken bekommen ob der Unentspanntheit, die es rüberbringt.
das "period" war allerdings ein schöner Lacher, soll das resolut-cool sein? Nicht das Englisch keine schöne Sprache wäre, aber....

Ich fang erst gar nicht an den ganzen Blödsinn zu kommentieren den du geschrieben hast, weil du es ja nicht mal beim noch mal schreiben merkst und man dir scheinbar beim "richtigen" Interpretieren DEINER Aussagen helfen müssten. Und ich wette auch diesmal steht Captain Subtext auf verlorenem Posten^^
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jogi


« am: 06.08.2011 22:41:00 »

Mir ist dda etwas gaz seltsames aufgefalen. Warum lasse wir nicht die EZB ale Schulden aufkaufen?

Effekt: Die EZB gibt neue Euros aus und die beommt die Bank die sich die Anleihen verkauft hat. Dieses muss die Bank aber direkt wieder an die EZB abführen, da Staatsaleihen keine eigekapitalquote haben.
D.h.: die Bank darf daraus keie Kredite der sonnstige geschäffte tätigen, da diese zu einem gewissen Prozentsatz durch Eigenkatal gedeckt sein müssen....

D.h.: keine Inflation, da kein neus Geld in den Kreislau kommt. Nur verieren die Banken ein Lukratives gescäftsmodel.

Bei der EZB hätte dann die EU die koplette kontrole über die Schulden. Man könnte se Erlassen oder sagen wir nemen nur 1,5% Zinsen aber nur solange ihr keine Neuverschuldung habt...
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SaschaPascal
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SaschaPascal

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« am: 14.08.2011 18:33:48 »

Nur so als kleine Frage: wie kommt es, dass ein Staat wie Japan, der mit 200% seines BIPs verschuldet ist, während die USA bei 116% und Griechenland bei 120% verzweifeln? http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:trotz-horrender-schulden-japan-ist-weit-von-der-pleite-entfernt/60027332.html

Ganz einfach: In Japan sind 95% der Schulden INLANDSSCHULDEN. Die Schulden wurden der japanischen Regierung von ihren landeseigenen Banken genehmigt. Und da seit 1998, als die Tigerkrise das bereits seit der Immobilienkrise angeschlagene japanische Bankensystem traf, die großen japanischen Banken unter Staatsaufsicht stehen, interessiert es die Banken auch nicht, ob Japan jetzt AA- oder A ist. Die Zinsen zu denen sie Geld an den Staat zu verleihen haben, diktiert ihnen ja quasi die Regierung.

Sprich wie wäre also die Eurokrise lösbar? Ganz einfach, ein europäisches Finanzministerium (oder sowas in der Art) verstaatlicht einfach alle Banken die durch die Griechenlandpleite in Insolvenz geraten könnten. Damit die das auch tun, lässt man vorher ein bis zwei Banken mal fallen, dann kuschen die restlichen schon. Dem kleinen Sparer wird das nicht wehtun, denn die Garantien für Spareinlagen sind ja bei über 100.000 Euro selbst bei Ländern wie Spanien und Portugal, jammern müssten also nur ein paar "Pfeffersäcke", sofern die ihr Geld eh nicht vorher schon schnell verschoben haben.

Wieso europäisch? Weil Griechenland zwar horrende Auslandsschulden hat, diese aber zu großen Teilen innereuropäisch sind. Griechenland selbst würde also eine Verstaatlichung ihrer Banken nichts nutzen und könnte keine Finanzhoheit wiedererlangen. Eine europäische Regierung könnte es hingegen.

Würde sich das auf die Beziehungen ins Ausland auswirken? Nein! Denn bei denen ist wichtig, wie die Handelsbeziehungen stehen, NICHT ob die Banken den Staat oder der Staat die Banken kontrolliert. Europa als ganzes hat einen größtenteils soliden Wirtschaftskreislauf, nur die Rohstoffe kriegen wir aus Afrika (die in Wahrheit eh derzeit wieder zwischen Europa, Amerika und China aufgeteilt werden, nur macht man das heute mit "Entwicklungshilfe", nicht mehr in Form von Kolonien), wir wären also vergleichbar mit Japan, die ebenfalls rohstoffarm, aber in der Welt hoch angesehen sind, oder China, deren eigene Ressourcen sich auch auf viel Kohle beschränken. Wir müssen nur die USA weiterhin dazu kriegen, dass sie unsere Produkte kaufen, mit Radmuttern aus Polen, zusammengebaut von Griechen mit Stahl aus italienischen Stahlwerken, in denen Portugiesen arbeiten... Gut, etwas drastisch formuliert.

Doof ist halt nur, dass unsere Politiker alle insgeheim Nationalisten sind und auch die Bevölkerung es noch nicht verstanden hat, dass Kleckervölker mit 3-50 Mio Einwohnern kaum gegen Riesen mit 1,2 bzw. 1,3 Mrd. Einwohnern oder einer Wirtschaftsleistung von 2x die EU auf dem globalen Markt überleben werden und an einem wirklichen europäischen Wirtschaftssystem kein Weg vorbeiführt. Und nebenbei wäre dann auch das Thema Transferunion nicht mehr in der Diskussion, denn diese in heutiger Zeit notwendige Einrichtung wäre ja dann eine der Grundlagen, dass Griechenland trotz schlechterer Wirtschaftsleistung nicht wieder Opfer von Spekulationen wird.

Also noch mal zusammenfassend:

- Griechenland pleite gehen lassen
- einige Banken in den Abgrund stürzen lassen, das Ersparte von den Bürgern (sind eh nur einige Milliarden, weniger als wir jetzt shcon ausgegeben haben)
- restliche Banken "zur Rettung" unter Staatskontrolle bringen
- auf dieser Basis ein wirkliches europäisches Wirtschaftssystem aufbauen

tun wir das nicht, wird China wenn sie mit dem Aufkauf der USA fertig sind nämlich nach und nach die EU-Staaten unter ihre finanzielle Kontrolle bringen.

Ach so und um mal bei Fefe zu klauen: Die FAZ, das rechtsliberale Kampfblatt von FDP und CDU, zitiert die Nachdenkseiten: http://www.faz.net/artikel/C30351/buergerliche-werte-ich-beginne-zu-glauben-dass-die-linke-recht-hat-30484461.html
« Letzte Änderung: 14.08.2011 21:24:56 von SaschaPascal » Gespeichert
Striddl

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« am: 15.08.2011 10:02:23 »

[...]
das "period" war allerdings ein schöner Lacher, soll das resolut-cool sein? Nicht das Englisch keine schöne Sprache wäre, aber....
nö, nicht wirklich. das ist vielmehr gängiger sprachgebrauch. dürfte dir trotz deiner polemik ja sicher bekannt sein. Smile

Zitat
Weiter viel Spaß beim Nutzen diese Basis des Meinungsaustausches. Ist immer gut wenn man jemanden dabei hat, der zu bestimmen weiß, was eine Meinung ist und was nicht.

oh, man braucht niemanden um das zu bestimmen. dass du beispielsweise in eben diesem post jeglichen bezug zum thema bestens vermieden hast ist offensichtlich - trotz der vielen worte.

anstatt meinen beitrag als blödsinn abzutun könntest du ja vielleicht mal themenbezogen darauf antworten. Beispielsweise mal angeben, was dir an der obigen aussage zu den staatsschulden (von wade wilson) nicht passt, oder einfach mal aussagen machen, welche statistik dem werten herrn genehm wären, anstatt nur zu schreiben, was dir nicht passt. einfach alles als blödsinn und unglaubwürdig darzustellen ist dann doch zu einfach und auch sicher kein konstruktiever beitrag zum thema. auch für diese erkenntnis muss man kein experte sein.

auch könntest du ja mal die von dir gewünschte, nachhaltige wirtschaftsform erläutern. ich bin ganz ehrlich und aufrichtig gespannt welche lösungen du parat hast für die probleme der welt.

solange es aber bei dem bisherigen bleibt, unterscheiden sich deine aussagen nicht von den üblichen kapitalismus und globalisierungsgegnern, die sich bei jeder gelegenheit ihre cheguevara-shirts überziehen und sich als oberste moralische instanz darstellen wollen.


@saschapascal:
japan ist ein ganz schlechtes beispiel. deren probleme sind mindestens genauso hoch wie die in europa. noch viel besser eigentlich. sie haben sowohl die deutschen als auch die griechischen probleme, im gegenzug aber niemanden der sie as der krise kaufen könnte.

und eine verstaatlichung der banken als 'wirkliches wirtschaftssystem' anzupreisen (ist es jetzt eigentlich in mode, unserem derzeitigen wirtschaftssystem die existenz absprechen zu wollen?^^) halte ich schlichtweg für gefährlich. es hat durchaus gründe warum wir eine unabhängige zentralbank haben, bzw. geld- und fiskalpolitik trennen.

in japan ist letzteres eben nicht der fall, und das ist ihr 'vorteil'. da sie in yen verschuldet sind, können sie im bedarfsfall einfach gemütlich neue yen drucken.



nunja, dafür wird eine einführung von eurobonds ja immer wahrscheinlicher. dann kann sich der herr bofinger ein loch in den bauch freuen und auch die europäische einheit ist wieder ein stück näher gerückt.
bin mir aber nicht sicher, ob das nicht schon zu spät ist, angesichts der tatsache, dass die probleme jetzt schon in frankreich angekommen sind und die gläubiger langsam auch bemerken, dass im pleitefall eines staates, deutschland ein drittel der bürgschaften übernehmen muss.
« Letzte Änderung: 15.08.2011 10:02:59 von Striddl » Gespeichert

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SaschaPascal
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SaschaPascal

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« am: 15.08.2011 21:10:24 »

Äh, Striddl, nur so mal als kleine Nachfrage: WEM gehört nommal die EZB? Wink

http://de.wikipedia.org/wiki/EZB

Oh mist, sie ist ein Organ der EUROPÄISCHEN KOMMISSION... die wiederum von den Nationalstaaten beschickt wird und dem EU-Parlament rechenschaftspflichtig ist.

Ergo haben WIR keine unabhängige Zentralbank, anders als die USA mit der FED, die mittlerweile aber auch nicht mehr viel ausrichten kann.

Hatten wir übrigens nie, die europäischen Zentralbanken gehörten schon immer dem Staat... ist genauso wie hier behauptet wird, Landesbanken wären Banken, die verstaatlicht worden wären wegen Minus... Landesbanken sind Gründungen der Bundesländer, die waren nie privat.

Und Striddl, interessanterweise schaffen es die Japaner derzeit, trotz eines Super-GAUs im eigenen Land wieder auf die Beine zu kommen, während in Europa die Staaten einer nach dem anderen den Spekulanten in die Hände fallen. Jetzt Frankreich, wer kommt wohl als nächstes, Österreich, Polen, Belgien? Wobei, ne, Belgien nicht... die haben ja keine Regierung die dann in Panik verfallen und falsche Entscheidungen (pro Banken, contra Bevölkerung) fällen könnte Smile

In meinen Augen war und IST es ein Fehler, dass seit den 80ern der Staat immer mehr seiner Kronjuwelen verprivatisiert hat, obwohl die Probleme nie in der Staatlichkeit steckten, sondern in verkrusteten Strukturen, Beamten-Denken und Bankdrücker-Mentalität. Die Deutsche Bahn hätte auch als Staatsunternehmen Gewinn machen können, wenn es keinen nichtsnutzigen Wasserkopf ohne Innovationsbewusstsein gegeben hätte. Die Post und die Telekom sind dadurch, dass sie gelernt haben, als Unternehmen zu denken, in denen der Kunde König und nicht Bittsteller ist (auch wenn in manchen Postämtern noch verknöcherte Beamte mit genau diesem Denken rumsitzen), erfolgreich geworden. Die Abschaffung der Monopole hätte auch ohne Privatisierung funktioniert, in anderen Ländern wäre man nie auf die Idee gekommen, dass man privates Unternehmertum in Bereichen, wo es Staatsunternehmen gibt, verbieten müsse, das war eine typisch totalitaristische Idiotie von Ost, West und Südost (Österreich.)

Wenn jetzt dann also einige Banken verstaatlicht werden (und andere Länder, interessanterweise Länder, denen wir doch ein viel kapitalisitischeres Denken andichten, wie den USA oder Großbritannien), dann wird das weder den Wirtschaftskreislauf vernichten (im Gegenteil, durch die Staatsgarantie wüssten die anderen Banken, dass sie ihr Geld auf alle Fälle kriegen, genau das was sie mittlerweile nicht mehr glauben) noch "sozialistisch" machen, oder war Ludwig Erhardt ein Sozialist?
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Biervampir


« am: 15.08.2011 21:24:20 »

Die Post und die Telekom sind dadurch, dass sie gelernt haben, als Unternehmen zu denken, in denen der Kunde König und nicht Bittsteller ist (auch wenn in manchen Postämtern noch verknöcherte Beamte mit genau diesem Denken rumsitzen), erfolgreich geworden.
Lebst du in einer anderen Welt als ich?
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SaschaPascal

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« am: 15.08.2011 23:10:31 »

Ne, in einer Großstadt in Österreich, wo sie zwar noch langsam, aber zuvorkommend sind am Schalter Very Happy

(und faul sind die privaten Anbieter auch, DHL braucht jetzt ne Woche dafür eine Festplatte von Landshut nach Salzburg zu fahren Sad )
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Striddl

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« am: 17.08.2011 04:02:38 »

@sascha:
japan dürfte bis 2020 irgendwas zwischen 300 und 500% ihres bip an schulden angesammelt haben. sie kämpfen nach wie vor mit einer heftigen deflation, die bevölkerung schrumpft und überaltert und die sparquote geht zurück. das vorkrisenniveau haben sie in japan noch lange nicht erreicht, ganz im gegensatz zu deutschland z.b.
unter "auf die beine kommen" verstehe ich für meinen teil etwas anderes.

davon abgesehen, würde ich dir empfehlen, den wikipediaartikel erst zu lesen, bevor du ihn verlinkst. dann wäre dir aufgefallen dass darin mehrere absätze zur unabhängihkeit der ezb stehen. ich verstehe daher nicht ganz, wie du damit dein argument stützen willst?

auch passt der vergleich mit der post oder der bahn nicht. mir geht es ja schließlich nicht um die verstaatlichung an sich - ich halte es schlichtweg für nicht wünschenswert, wenn der staat zu seinem eigenen gläubiger wird. nicht, dass ich mit der politik der ezb komplett einverstanden wäre, aber da würde es reichen, die zielvorgaben anzupassen.


übrigens: die deutsche post ist gerade dabei sämtliche filialen abzubauen, den 'service' komplett auszulagern bzw. einzustellen und sich ausschließlich auf die logistik zu beschränken. kunde und könig? nunja, die monarchie ist halt auch nicht mehr das, was sie mal war.
aber das ist ja wieder ein anderes thema.
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« am: 17.08.2011 11:17:48 »

mein sehr geschätzter Herr Striddl,
wann ich was sage ist ja glaube ich noch mir überlassen und mit jemandem der mal eben ganz locker Kapitalismus und Globallisierung zusammen in einen Topf wirft will ich gar nicht diskutieren, weil derjenige ganz offensichtlich nur auf Stammtischniveau Allgemeinplätze von sich geben will und keinerlei wirkliches Interesse an anderen Meinungen, ergo einer Diskussion, hat.
Ich habe übrigens noch nie ein ché T-Shirt besessen aber auch bei dieser Anmerkung deinerseits gilt das obrige.


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Mantarrochen


« am: 17.08.2011 11:28:17 »

übrigens: die deutsche post ist gerade dabei sämtliche filialen abzubauen, den 'service' komplett auszulagern bzw. einzustellen und sich ausschließlich auf die logistik zu beschränken. kunde und könig? nunja, die monarchie ist halt auch nicht mehr das, was sie mal war.
aber das ist ja wieder ein anderes thema.

Das stimmt übrigens. Wer hat nicht noch Meldungen im Ohr, dass da und dort Filialen der Post geschlossen wurden, die Versorgung aber dennoch angeblich unverändert bliebe. Da übernimmt dann im großen Umfeld ein kleiner Kiosk Postdienste, wo der Inhaber beim gewünschten Verschicken eines Einschreiben mit Rückschein erst das Handbuch rauskramen muss, lange hilflos darin herumblättert, nur um am Ende den Dienst zu verweigern. Da freut sich die Oma, die anstatt früher 5 Minuten zur großen Postfiliale um die Ecke zu laufen, nun 30 Minuten zum einzigen Laden in 100 km Radius läuft.

Sowas geschieht, wenn Ausrichter unbestreitbar öffentlicher Aufgaben meinen, sich privatwirtschaftlich gebahren zu müssen. Und das zwangsläufig und ohne Ausnahme.

Dazu passt auch die damalige, in den Massenmedien stets präsente Kritik an den Banken in Staatshand, den Landesbanken. Die hätten sich während der Finanzkrise ja wohl mal extra dämlich angestellt und seien somit generell inkompetent. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass man nicht die Institution, sondern explizit das privatwirtschaftliche Handeln an sich kritisiert damit. Landesbanken, die "das große Geld" machen wollten. Den Feind also immer richtig im Auge behalten.
(gerichtet auch an Sascha und seiner meiner Meinung nach falschen Interpretation von "unternehmerischen Denkens" bei Post und Bahn, das mitnichten zu einer Kunde ist König Mentalität geführt hat/führen wird.)
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« am: 08.09.2011 12:08:38 »

die schwarz gelbe sparpolitik zeigt endlich wirkung; die schweiz tritt dem euro bei; und gregor gysi erklärt den liberalen den keynesianismus und andere ökonomische fakten.

ich bekomme in letzter zeit nicht mehr so viel mit von europäischer politik, aber irgendwie kommt es mir so vor, als hätte sich in den letzten 2 monaten absolut nix getan. es wird weiterhin geld verbrannt, es ist nach wie vor nutzlos, und die finanzwirtschaft tanzt der politik weiterhin auf der nase herum.
also mal unabhängig von persönlichen meinungen, sollte man doch wenigstens irgendetwas erwarten können?!?

ich weiß gar nicht, was gerade am schlimmsten ist. dass standard & poor's mitterweile europäische politik bestimmt, dass die banken immer noch risikozuschlag (zinsen von 12% und mehr) für anleihen der krisenstaaten kassieren, obwohl das risiko längst defakto von der staatengemeinschaft übernommern wird oder dass schäuble und co immer noch an der sparpolitik festhalten und sich mit fadenscheinigen argumenten gegen eurobonds wehren.
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« am: 08.09.2011 18:00:26 »

Die Schweiz trat dem Euro übrigens nicht bei, genauso wenig ist sie damals der D-Mark beigetreten, als schon einmal eine Kursuntergrenze beschlossen wurde.
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Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
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Nymphe


« am: 08.09.2011 23:56:57 »

die EU soll eine Erklärung geben das Schulden Zinsen über 6% für Staaten Wucher sind und damit illegal ;-) Haut die Banken mitder MAcht der Gesetze
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Striddl

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« am: 09.09.2011 00:41:46 »

Die Schweiz trat dem Euro übrigens nicht bei, genauso wenig ist sie damals der D-Mark beigetreten, als schon einmal eine Kursuntergrenze beschlossen wurde.

wo ist denn da noch der große unterschied, sauron? das ist doch live satire vom feinsten. nicht nur die ähnlichkeit mit anderen euro-beitrittskandidaten unter wkmII ist zum schmunzeln. nein, wenn ein land dem euro nicht beitreten will, dann liegt das doch an der angst vor problemen, die daraus resultieren können - nicht weil sie in besseren zeiten ungern davon profitieren. und ausgerechnet jetzt wo die euro-zone in der schlimmsten krise seit der euro einführung steckt, koppelt die schweizer notenbank den franken daran.
das kommt einem eingeständnis gleich, dass die schweiz genauso abhängig vom euro ist, wie die mitgliedsstaaten selbst, und dass sämtliche eigenbrötlerei beim ersten zeichen einer krise nicht mehr funktioniert.

auch kommt die schweiz da jetzt nicht mehr so schnell raus und ich bin wirklich gespannt, wie viel die schweiz zu riskieren bereit ist um den kurs von 1,20 zu halten. mit dem urteil vom bvg zum rettungsschirm hat sich der euro kurs ja wieder etwas beruhigt. spannend wirds, wenn mal wieder eine serie an hiobsbotschaften eintrudelt.
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Mantarrochen


« am: 09.09.2011 11:44:49 »

Wo ist denn da das Risiko?

Die Schweiz druckt Franken und tauscht sie gegen Euro. Das ist der Prozess, der den Euro auf 1,20 Franken hält. Natürlich müssen "die Schweizer" die Euros langfristig halten, zurücktauschen würde den Kurs des Franken ja wieder stärken. Was machen sie also mit den ganzen Euronen? Sie kaufen deutsche Staatsanleihen. ( "SNB kauft nur deutsche und französische Anleihen" )

Man kann das Ganze also folgendermaßen ausdrücken: Der deutsche Steuerzahler leiht sich frisch gedrucktes Geld aus der Schweiz und zahlt dafür marktübliche Zinsen. Wohingegen liehe man sich frisch gedrucktes Geld bei der eigenen EZB (derselbe Vorgang) , käme man wesentlich günstiger davon.
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jogi


« am: 10.09.2011 01:12:14 »

die EU soll eine Erklärung geben das Schulden Zinsen über 6% für Staaten Wucher sind und damit illegal ;-) Haut die Banken mitder MAcht der Gesetze

Was soll das bringen? Dann werden die Anleihen einfach nicht gekauft....

Das einzige was ginge wäre, das die Staaten die Schulden alle  für ungültig erklären.
Dann gibt es verschiedene Manöver:
1. Nicht weiter Folge: Der Staat wird sich nie wieder Geld leihenkönnen. Es würden jede Menge Banken kaputt gehen. Im Endeffekt eine riesige Enteignung. Es würde aber auch ein riesiger Strudel entstehen = Rezession.
2. Die EZB könnte zum Marktpreis entschädigen ("neue Euros drucken"). Das würde normalerweise in eine Starke Inflation führen, weil auch das Vertrauen in die Währung verloren geht. (Also ca 50% Abwertung (Real) + x (durch Vertrauensverlust)
Man könnte jedoch sagen, dass alle Staaten jetzt Schulden bei der EZB haben die nur zu z.B.: 1,5% verzinst werden.  Die dadurch eingenommen Gelder (Schuldendienst und Rückzahlung) werden solange eingestanzt, bis die Anfangsauszahlungen neutralisiert wurden. Damit die Staaten nicht wieder Schulden machen könnte man sagen, dass von einen Staat, der über 60% des BIP verschuldet ist, keine neuen Anleihen gekauft werden und bei Neuverschuldung die Anleihen fällig gestellt werden.
« Letzte Änderung: 10.09.2011 01:29:31 von der Jogi » Gespeichert

Striddl

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« am: 11.09.2011 01:57:44 »

Wo ist denn da das Risiko?
[...]

die krise könnte schneller voranschreiten als die snb die franken nachdrucken kann. gut, ich muss zugeben, die oben angekündigten hiobsbotschaften kamen jetzt schneller als ich es erwartet hatte - aber überraschend sind sie sicher nicht.

z.b. hier http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-09/stark-ruecktritt-reaktionen
und hier http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,785574,00.html

und wenn ich mal eben aus meinem persönlichen favoriten zitieren darf:
"Neue Hiobsbotschaft: Die griechische Regierung fürchtet, dass die Rezession noch schlimmer ausfällt als zunächst angenommen. Damit entgleitet die wirtschaftliche Basis für den Sparkurs."

na sowas aber auch. der rigorose sparkurs hat also nicht zum gewünschten aufschwung geführt. wer konnte denn sowas nur erwarten???

kann mir eigentlich mal einer erklären, warum wir unseren wirtschaftsweisen millionen euro hinterher werfen, wenn wir ihre ratschläge dann doch in den wind schießen?


achja, und schäuble bereitet sich schonmal auf eine griechische pleite vor
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“That's the beauty of argument. If you argue correctly, you're never wrong.” - Nick Naylor
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