IceWars *wink* Community
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Autor Thema: Revolution in der Arabischen Welt  (Gelesen 5192 mal)
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Striddl

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« am: 16.03.2011 14:47:25 »

Und irgendwas über Rechte und Verfassung dahinblubbern, das ist schon extrem lolig, im Rahmen von IW, der Plattform für politische Diskurse. Aber besser als stupider SPAM

sumpfhuhn, wahrscheinlich bist du dir darüber bewusst, wie paradox es doch ist, sich über die politischen diskussionen im iw-forum lustig zu machen, während man selber fröhlich mitstichelt. ich wollte es mir aber trotzdem nicht nehmen lassen, das nochmal explizit zu erwähnen.

kleiner vorschlag am rande sei mir dabei jedoch gegönnt:
wenn du das ganze sowieso nur belächelst, dann lass uns doch einfach unseren spass an unserer diskussion, anstatt ständig unverständlich dazwischen zu blöken. es zwingt dich wirklich keiner dazu, dich hier zu beteiligen.


was das völkerrecht angeht, muss ich zugeben, dass ich bei meiner abendlektüre noch nicht zur charta der vereinten nationen gekommen bin. nachdem ich aber mal eben grob über die präambel und ein paar artikel gelesen habe, fielen mir einige wörter wie weltfrieden, menschenrechte, gleichberechtigung und sozialer fortschritt auf.
wenn ich mir nun mit dieser information im hinterkopf die lage in libyen anschaue, dann habe ich ernstlich zweifel daran, ob es sinnvoll ist, mit dem völkerrecht gegen eine dortige intervention deutschlands bzw. der eu zu argumentieren.
wenn ich mein oberstübchen zu meinen vorlesungen im bereich recht durchwühle, fällt mir da spontan der grundsatz der verhältnismäßigkeit ein, den wir zumindest im deutschen recht haben. ich bin allerdings auch kein jurist, insofern möchte ich nicht weiter über die rechtslage spekulieren.


einfacher wäre es zugegebener maßen, wenn man in solchen fällen einfach wegsieht. dann könnte man sich auch die ganzen gerichtshöfe zu ruanda, jugoslavien etc sparen, und müsste sich nicht mit sanktionen für verbrechen gegen die menschlichkeit herumschlagen.
« Letzte Änderung: 16.03.2011 14:49:57 von Striddl » Gespeichert

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“That's the beauty of argument. If you argue correctly, you're never wrong.” - Nick Naylor
Rakorium Muntagonus

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« am: 16.03.2011 14:52:09 »

Der Punkt ist einfach, daß ein Maß gefunden werden muß zwischen Gaddafivernichtungskrieg und Wegschauen. Da geht die Arabische Liga denk ich den sinnnvollsten Weg, d.h. Gaddafi daran hindern mehr Leute umzubringen, ohne diese in ihrer Eigenständigkeit zu behindern. Wir brauchen kein weiteres vom Westen besetztes arabisches Land. Irak und Afghanistan haben doch gezeigt, daß das nach hinten losgeht.
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Baron Samedi

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« am: 16.03.2011 15:39:31 »

Eine Flugverbotszone würde auch nur begrenzt was bringen, denke ich mal. Wer schickt denn da Flugzeuge und Piloten hin, die dann abgeschossen werden könnten? Die Arabische Liga hätte sicher selbst die Mittel, aber fragt lieber indirekt die NATO um sich nicht selbst die Finger schmutzig zu machen. Und dann geht es weiter: Die Flugverbotszone stoppt keineswegs die am Boden vorrückenden Verbände. Also Bodentruppen entsenden?
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Striddl

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« am: 16.03.2011 23:47:49 »

http://www.spreeblick.com/2011/03/16/im-toten-winkel/ - enthält nicht wirklich neue informationen, aber fasst ganz gut zusammen, wie die ganze geschichte moralisch zu bewerten ist.


während ich mir die geschichte um die revolutionen in nordafrika und speziell in libyen durch den kopf gehen lasse, beschäftigt mich aber immer mehr etwas anderes:

wenn wir hier von gaddafi reden, dann reden wir von einem diktator, der seit über 30 jahren sein volk terrorisiert, menschen foltert und jegliche demokratie bewegung unterdrückt. nicht zuletzt auch dank der freundlichen unterstützung der drittgrößten waffenexportnation deutschland.
die anderen machthaber dort unten mögen vielleicht nicht ganz in seiner liga spielen, aber unseren westlichen vorstellungen von recht und gerechtigkeit entsprechen die sicher auch nicht.
angesichts der jetzigen situation ist das natürlich für niemanden eine neuigkeit. wenn man die zeit aber nur mal um ein halbes jahr zurück dreht, dann schaut die situation völlig anders aus.
wie kann es denn bitte sein, dass die medien, die politiker und nicht zuletzt die menschen in deutschland und europa immer sofort mit ihrer moralpredigt und erhobenem zeigefinger zur stelle sind, wenn es darum geht, erz- und todfeinde wie z.b. ahmadinedschad im iran, zu rügen - wenn aber die despoten in nordafrika 30 jahre lang ihre macht missbrauchen, dann spricht nichts dagegen, denen unsere waffen, unsere ausrüstung und unsere paramilitärischen ausbilder vorbeizuschicken.
wenn ich dann aber mal den vergleich zwischen dem iran bzw. ahmadinedschad und libyen bzw. gaddafi ziehe, dann frage ich mich doch wirklich, ob es gerechtfertigt ist, dass ersterer druchweg beschimpft und kritisiert wird, während letzterer mit mit freuden und umarmung in europa empfangen wird.

natürlich kann mans sich jetzt einfach machen und das thema in bezug auf die politker problemlos damit abtun, dass selbige ja sowieso keine integrität besitzen und nur nach wirtschaftlichen interessen handeln.

warum aber europäische medien 30 jahre lang keinen anlass dazu finden, mal über die lage in nordafrika zu berichten, das will sich mir jetzt einfach nicht erschließen. zumal es sich bei den bereffenden ländern teilweise auch noch um beliebte urlaubsziele der europäer handelt.
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Diablo
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Cygnus X-1

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« am: 19.03.2011 13:19:57 »

Eigentlich wollte ich einen neuen Thread machen, aber ich hoffe mal hier passt es ganz gut.
Wie ist eure Meinung zur Korrelation zwischen der Presseaktivität und dem westlichen Engagement im Verhältnis dazu, dass Lybien eine wirkliche Ölrelevanz besitzt.

Es ist doch kein Zufall, dass bei den Aufständen/Revolutionen in Tunesien, Ägypten oder Algerien zwar berichtet wurde, dass hier und da mal ein Polizist in der Menge geprügelt hat, aber im großen und ganzen hat man in der westlichen Presse alles als Friede, Freude, Eierkuchen hingestellt.
In Lybien wird nun darüber berichtet wie Kampfjets bomben auf die Aufständigen werfen und welche Greueltaten am Volk begangen werden.

In meinen Augen sind ähnlich schlimme Dinge in Tunesien und vielleicht sogar in Ägypten passiert, doch das westliche Interesse war aufgrund der geringeren Ölabhängigkeit einfach nicht gegeben. Jetzt in Lybien haben die Industrieländer einfach Angst, dass der Ölpreis auf einmal 20% noch oben geht und das ach so geliebte Wirtschaftswachstum ins Stocken gerät. Der Westen wird in den nächsten Wochen in Lybien eingreifen und zwar in einer Art und weise wie es im Irak gemacht wurde, das Regime stürzen, der Bevölkerung zeigen wie lieb USA, Frankreich, UK oder Deutschland sind und wichtige internationale Ölförderabkommen unterzeichen um die Region zu stabilisieren.
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Gringo des Todes

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Biervampir


« am: 19.03.2011 13:49:34 »

In Tunesien und Aegypten waren die Revolutionen relativ schnell vorbei und wurden wohl vom Grossteil der Bevoelkerung getragen, also wenig Opposition. In Lybien hat Gaddafi die Armee durch geschickte Personalpolitik gut im Griff, sodass es zu einem Buergerkrieg kommen konnte.

Waehrend Tunesien/Aegypten wurde genausosehr berichtet, wenn das keine Bomben auf Zivilisten geworfen wurden kann man das halt auch nicht berichten. Wenn die Oelabhaengikeit eine so grosse Rolle gespielt haette, haette sich der Guido auch nicht enthalten denke ich.

Nachdem die ganzen stabilen Nordafrikanischen Staaten jetzt zerfallen will man als Westen natuerlich einen neuen stabilen Staat dort. Durch militaerische Hilfe gewinnt man Freunde von denen man hofft das sie sich an einen erinnern. In Aegypten hamn sie sich das ja schon versaut durch das an Mubarak festhalten.
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Reign
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Reign

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« am: 19.03.2011 20:45:25 »

Das Interessante ist ja: Die westlichen Truppen müssten jetzt BEIDE Seiten stoppen, wie ihr Mandat formuliert ist. Sollten sie also wirklich Gaddafis Truppen lahmlegen, und die Rebellen ziehen auf Tripolis, müssten sie die Rebellen stoppen (notfalls mit Gewalt!).

Ob das wirklich so passiert, wage ich aber stark zu bezweifeln. Und solange der Westen keine Bodentruppen landet, können die Armeen trotzdem noch ausreichend agieren.
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Baron Samedi

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« am: 22.03.2011 00:05:57 »

Der Text der UN-Resolution ist ja mal nett formuliert. Bis auf den Einsatz von Bodentruppen (die soll man bitte vorher anmelden) ist so ziemlich alles erlaubt.
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Diablo
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Cygnus X-1

35193266
« am: 22.03.2011 08:00:04 »

Die UN würde sich ja auch keinen Gefallen tun, wenn sie den kriegstreibenden Parteien wie den USA oder UK verbieten würde ihre Waffen zu testen. Immerhin sitzen mit der NATO und der UN sowohl in der Exekutive und in der Judikative die gleichen Parteien, warum sollte man sich dort gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben.
Die Einstellung der beteiligten Länder ist eben, dass man lieber 100k Lybier hinrichtet in der Hoffnung, dass danach ein weiterer Staat in den westlichen Rahmen gepresst ist, als dass man befürchten muss nach einem halbherzigen Einsatz noch soviel Land übrig zu lassen, dass sich die Rache in einem weiteren 9/11 konzentrieren kann.
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GinaEsmeralda

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Gina


« am: 24.11.2011 09:36:08 »

Nur mal so:

Leute, ihr habt alle internet. Warum nutzt ihr es nicht einfach mal, um euch zu informieren, statt den blödsinn der "qualitätsmedien" nachzubeten?!

Z.B.:

"So grausam war Gaddafi"

http://www.schweizmagazin.ch/news/ausland/8852-grausam-war-Gaddafi.html

Selbst bei Wikipedia findet man einiges davon.

Und hier könnt ihr lesen, was in Libyen (und anderswo) wirklich vor sich geht:

http://mathaba.net/
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Saber Rider

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Nymphe


« am: 24.11.2011 17:32:40 »

wie wärs das Thema auf Syrien zu erweiteren.

In Syrien gibt es kein Öl wie im Lybien und deswegen greift da keiner ein.
Die Amerikaner sind von Zioniten bezahlt und helfen deswegen Palestina nicht.
Iran gibt eseine auf dieSchnauze ,wie man nach Irak und Afganistan weiss.
Marokko schaft esselber aus eigener Kraft.
Tunesien hat es selber geschaft.
Lybien ruft die Sharia aus.

Also merken, eingreifen gibt einen auf die Fresse und macht nichts besser, nur wo die Leute sich selber helfen kommt was brauchbares raus
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Iseutz
Mr.Willkür
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« am: 24.11.2011 18:33:01 »

Marokko schafft es aus eigener Kraft? Ich weiß ja nicht, ob Du das selbe beobachtest wie ich... aber davon unabhängig werden wir dann morgen während der Parlamentswahl bzw. den Tagen danach genauer sehen, wie es da weitergeht.
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Wer Enten füttert, der verbrennt auch Menschen!
Marge, warum kriegt der Hund Fleisch und ich nicht? - Aber Homer. das ist Pansen! - Hmmm, Pansen...

Sauron
Die letzte Instanz
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« am: 24.11.2011 19:35:55 »

Syrien hat kein Öl? Warum haben die dann jetzt leichte Geldprobleme, weil es ihnen von der EU z.B. nicht mehr abgekauft wird?
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Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
Saber Rider

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Nymphe


« am: 25.11.2011 18:51:40 »

Marokko schafft es aus eigener Kraft? Ich weiß ja nicht, ob Du das selbe beobachtest wie ich... aber davon unabhängig werden wir dann morgen während der Parlamentswahl bzw. den Tagen danach genauer sehen, wie es da weitergeht.

Natürlich lese ich auch nur deutesche Übersetzungen (jenseits des Spiegels)

Der König von Marrokko jedenfalls hat bereits eine Reform durchgeführt und eine 2 quasi am laufen. Dabei wird die Macht von einen absolatistischen Herrscher zu einer Monarchie wie in den Niederlanden oder Großbritanien umgebaut. Die Rechte des Frauen werden gestärkt. Die Freiheitsrechte aller vergrössert etc. Der Hacken sind natürlich die Vertreter des Steinzeitislams die der entwicklung negativ gegenüber stehen. Auch nutzt es einer Frau nicht, das sie das Recht hat genauso zu lernen wie ein Mann in der Schule, wenn sie es nicht weiss.

Insgesamt ist der König auf den Weg sein Land in eine moderne Islamische Demokratie zu verwandeln. Zum großen Teils sind es die Moslems die gegen die Scharia Regeln protestioren als unislamisch, weil sie ein anderes Verständnis davon haben.
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-THE Spammer Formerly His Inaktivitätness of Spamokailypse--

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inaktiv Wahnsinniger


« am: 27.11.2011 12:10:15 »

Der König von Marrokko jedenfalls hat bereits eine Reform durchgeführt und eine 2 quasi am laufen. Dabei wird die Macht von einen absolatistischen Herrscher zu einer Monarchie wie in den Niederlanden oder Großbritanien umgebaut. Die Freiheitsrechte aller vergrössert etc.

Insgesamt ist der König auf den Weg sein Land in eine moderne Islamische Demokratie zu verwandeln.

Gröhl. Ich hoffe mal das das alles ungekennzeichnete Ironie war.
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Zitat von: cyrax
Über die Interpretation der Regeln wird nicht diskutiert.
Zitat von:  Verwarnt von Sturmflut
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