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Autor Thema: Schatten - Manches stirbt nicht... - Part 3: Erleben  (Gelesen 20480 mal)
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Valden

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291912030
« am: 05.10.2006 22:34:51 »

So, auf die schnelle ist mir nix bessres eingefallen, sorry Sad Aber wahrscheinlich werd ich den Anfang eh ändern, aber irgendwann muss ich ja anfangen! Part 3 beginnt und somit auch der Endspurt Smile

Part 3 – Erleben

Log wusste gar nicht, wie der Garten des Leids an seinen Namen gekommen war – und um ehrlich zu sein, konnte er es sich nicht einmal vorstellen. Das Areal, das voll von Rosenbüschen und Blumenmeeren war, war für Log in letzter Zeit der erholsamste Ort überhaupt geworden. Obgleich die Rosen in seiner Weltansicht eigentlich eine zwielichtige Rolle einnahmen, ja, gar der Inbegriff der Gespaltenheit und des Zwielichts waren, er wünschte sich im Moment nirgendwo anders zu sein. Der Garten des Leids bei Nacht glich eher einem Traum als der Realität…
Ein uraltes Tor, umrankt von den Rosen der Jahrhunderte, bildete den Eingang. Fil Runn Dan Dior, so stand auf ihm geschrieben, seit Ewigkeiten und seither scheinen die Buchstaben nicht zu verwittern. Zu tief ging ihre Bedeutung, zu bedeutend war ihre Existenz, als dass sie verschwinden würden, bevor ihre Aussage eine Lüge wäre, bevor die Zeit selber ihnen ein Ende bereiten würde. Jeder, der sie je gesehen hatte, spürte diese Tatsache und jeder, der sie noch sehen würde, würde sich jenem Zauber ebenso wenig entziehen können. Und doch… weiß keiner mehr, so hieß es, was sie bedeuten…
Trat man durch das Tor, so sah man ein Gebiet voll mit Terrassen, bewachsenen, magischen Steinen, wundersame Blumen und Rosen, gewaltige Flüsse, verzweigte Bäche, atemberaubende Brunnen, lebensechte Statuen, romantische Irrgärten und den einen oder anderen geheimnisvoll leuchtenden See. An einem jener Seen lehnte sich Log gerne  an den Stamm einer ehrwürdigen Eiche am spärlich bewachsenen Ufer und döste befreit vor sich hin. Ein plötzliches Knacken eines morschen Astes, der wohl am Boden gelegen hatte, schreckte ihn hoch.
Erschrocken starrte er plötzlich in zwei eisblaue, temperamentvolle Augen, eingebettet in ein von feuerrotem, gekräuseltem Haar umrahmten Gesicht, dessen Mund ihn freundlich lächelte, aber da noch mehr, eine leichte Verspieltheit schien in ihrer Mimik mit zu wirken und die strahlte seltsamerweise ebenfalls eine unverständliche Art von Aufforderung aus. Auf dem ersten Blick konnte er erkennen, dass die sich vor ihm hin kniende Gestalt, wobei nur ihr linkes Knie sehr durchtrainiert auf den Umgang mit einer Nahkampfwaffe war, der weiße Mantel, der den Oberkörper eng einhüllte, verriet dessen Muskeln und dem ärmellosen Waffenarm, den anderen Arm verhüllte ein weiter Ärmel und ein weißer Handschuh, war deutlich anzusehen, dass sie sich mit ihm auch zu wehren vermochte.
„So alleine hier?“, fragte sie die Stille brechend und ihr Lächeln wurde eine Spur breiter. Ihre klare Stimme klang tief und geheimnisvoll, und doch schien eine Art von Glockenklang mit zu schwingen.
„Wäre das nicht generell der erste Satz eines Mannes, nach dem sich eine Frau in Acht nehmen sollte?“, entgegnete Log ruhig.
„Und wer sagt,…“, sie machte eine kurze Pause, während sie ihm einen vielseitigen Blick zu warf, „… dass dieser Satz aus dem Mund einer Frau nicht gefährlich ist?“
„Aha… bin es nun ich, der sich in Acht nehmen sollte?“, erwiderte Log vollkommen ernst, aber sein Gegenüber lachte.
„Vielleicht…? Kommt ganz auf dich an…“
„Soll heißen?“
„Soll heißen, dass mein Begleiter leider verhindert ist, doch alleine hat dies alles hier nur halb so viel Effekt.“, meinte sie bedauernd. Dann ließ sie einige Sekunden verstreichen und sagte schließlich durchatmend: „Gestatten, Mel Diersima Kert… Und für heute bin ich dein Begleiter.“
« Letzte Änderung: 19.08.2007 00:07:57 von Valden » Gespeichert
Besserwisser

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« am: 05.10.2006 23:55:45 »

Erschrocken starrte er plötzlich in zwei eisblaue, temperamentvolle Augen, eingebettet in ein von feuerrotem, gekräuseltem Haar umrahmten Gesicht, dessen Mund ihn freundlich lächelte, aber da noch mehr, eine leichte Verspieltheit schien in ihrer Mimik mit zu wirken und die strahlte seltsamerweise ebenfalls eine unverständliche Art von Aufforderung aus.
Erschrocken starrte er plötzlich in zwei eisblaue, temperamentvolle Augen, eingebettet in ein von feuerrotem, gekräuseltem Haar umrahmten Gesicht, dessen Mund ihn freundlich lächelte, aber da war noch mehr, eine leichte Verspieltheit schien in ihrer Mimik mit zu wirken und die strahlte seltsamerweise ebenfalls eine unverständliche Art von Aufforderung aus.
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Valden

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291912030
« am: 09.10.2006 22:19:56 »

Hui, danke sehr Smile Hier ist auch der nächste Teil - habt Geduld und wartet, bis ich mich wieder ein bisschen in den Geschichtsfluss eingefunden hab... im Moment könnt das etwas Windisch und Komisch sein Smile

Feiner, kühler Gischt berührte seine Haut, sein Gesicht und geleitete ihn zurück in die Wirklichkeit, weg von der wohltuenden, schönen Erinnerung, die trotz allem nur eine Erinnerung war, so sehr es auch schmerzte, dies zuzugeben. Log genoss den Moment der Ruhe in vollen Zügen, genoss es, mit sich selber im Reinen zu sein, um Kraft zu tanken, die er benötigen würde. Einige Sekunden lang hörte er noch den Wellen zu und lehnte sich mit seinen Rücken gegen den kühlen Fels, dann öffnete er abrupt die Augen…
… und blickte in das lächelnde Gesicht von Amnell. Sie beugte ihren Oberkörper ein wenig nach unten, da er auf einem großen Felsklumpen genau an der Klippe gleich hinter der Stadt der Engel saß, und schlang fröstelnd die Arme um den Leib, da ihr Oberteil doch bauchfrei war – unratsam, wo es doch Winter war, aber ihr schien es zu gefallen… Ihre schwarzen Haare verdeckten teilweise ihr rechtes Auge, während die linke Seite bis auf ein paar spielerische Haarsträhnen vollkommen hinter ihrem Ohr verschwand. Ihre Augen… trugen denselben schwer deutbaren Ausdruck von Wehmut und Freude zur selben Zeit, den sie immer an sich hatten und den Log immer am meisten bewunderte.
Im ersten Moment entgleiste sein Geist aufgrund der Ähnlichkeit eben jener Szene, die in seiner Erinnerung auf ewig gespeichert war, er sah nicht mehr die seelenstarke, schwarzhaarige Schattenjägerin vor sich, sondern für eine Sekunde war ihm, als sei die lebensfreudige Schwertkämpferin mit dem feuerrotem Haar zurückgekehrt, auferstanden von den Toten… und wie sein Geist entgleiste, so entgleiste auch seine Mimik, sein Ausdruck und sein Kiefer klappte auf, während alle Farbe aus seinem Gesicht wich und seltsame Laute von sich gab, die Amnell dazu veranlasste, einen besorgten Blick aufzusetzen.
„Du siehst mich ja an, als wäre ich eine wandelnde Leiche…“, sagte sie leicht gekränkt, von dem Log nicht wirklich sagen konnte, ob dies nun nur gespielt oder echt war. Wie auch immer, dies brach den Bann und statt Mel stand wieder die kratzbürstige Schattenjägerin an ihrer Stelle. Etwas peinlich berührt klappte Log den Mund zu und wich ihrem Blick aus.
„Man wird ja wohl noch träumen dürfen…“, murmelte er noch geistesabwesend, doch der Ernst seiner Stimme stimmte Amnell, die die Aussage von vorneherein auf die falsche Person abwälzte, nachdenklich und ihr Gesichtsausdruck wechselte zwischen Sorge und Verwirrung, als er sich schließlich kopfschüttelnd, fast als ob er damit diese Verwechslung abschütteln könnte, erhob und zum Rand des riesenhaften Felsklumpens spazierte.
Es war ein wunderschöner, klarer Morgen, zu seiner Linken und Rechten streckten sich bis zum Horizont fast schon weiße, gigantische Klippen, gegen die das Wasser immer von neuem anpreschte. Weiter unten, wo die Wellen nicht ganz so stark waren, sah er die oft im Wasser verschwindende Gestalt Friedferds, dessen Idee es gewesen war, hier unten vor ihrer Abreise noch ein Bad zu nehmen… da die Temperaturen aber arktisch waren, hatte er sich als einziger schließlich ins Wasser getraut. Eine unregelmäßige, nass glitzernde Treppe, direkt aus dem Fels gehauen, schnitt sich direkt in die Klippen hinein und führte vom Wasser bis hinauf zur Stadt.
Es war seltsam, aber plötzlich schlug Logs Laune um, so schnell, wie aufgekommen war und er fühlte sich nun nicht mehr ruhig und geborgen sondern blank und offen. Diese endlose Weite des Ozeans… er war sie nicht gewohnt und so sehr sie auch entspannend wirken konnte, nun fühlte er sich sehr unwohl und wollte weg.
„Ja, der Ozean kann sehr trügerisch auf jene wirken, die ihn nicht gewohnt sind, Log.“
Logs Augen weiteten sich verblüfft, als er die hagere Gestalt des geflügelten Jungen vor ihm am Rand des Felsblocks sitzend entdeckte, wie dieser seelenruhig und verträumt mit den Beinen wackelte. Trotzdem – das änderte nichts an der Tatsache, dass er eben nicht hier gewesen war…
„Wo kommst du denn her?!“, entfuhr es Log plötzlich.
„Wenn du wüsstest, wie oft ich mir die Frage schon selber gestellt habe…“, antwortete Halmet und bedachte ihn mit einem ernsten Seitenblick, aber Log kannte den Jungen schon gut genug, um zu wissen, dass dies trotz allem nur eine Witzelei war. Ein wenig entnervt rollte er mit den Augen – wie konnte er auch angenommen haben, eine brauchbare Antwort bekommen zu können – und trat neben ihn, während er alle Ängste vor der Weite dieses Fleckchens wegwischte.
„Was gibt’s, Maestro?“ Er konnte sich vor seinem geistigen Auge bildlich vorstellen, wie bei dieser Bemerkung seine Augenbraue hoch zuckte.
„Ich sagte dir doch, dass es sich auszahlen würde, wenn ihr noch den ein oder anderen Tag wartet und Kraft tankt, oder?“, meinte er und rappelte sich etwas ungelenk auf, bevor er ihm einen triumphalen Blick zuwarf. „Tja… es ist soweit. Ihr könnt abreisen.“
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Valden

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291912030
« am: 16.10.2006 22:32:05 »

Woaaah, sieben Tage nichts reingestellt *selbst slap*

Noch immer hatte sich Log nicht im Geringsten an diese Transportart gewöhnt, noch nie hatte man ihn sonderlich für maschinelle Reisen begeistern können, er, der sein Leben lang zu Fuß gereist war und auch vorhatte, es bis zu seinem Lebensende so zu halten. Aber er wusste, dass sich so etwas nicht immer umgehen ließ und genoss das freie Gefühl, die Lage nun auch optimistisch sehen zu kennen. Über ausgeklügelte Kontakte meisterlicher Machart wurden die der Außenkamera perfekt in sein Gehirn übergeleitet, obwohl Log bis jetzt noch nicht verstanden hatte, wie so eine derartige Kamera überhaupt funktionierte… na ja, bis vor wenigen Stunden hatte es so etwas wie Kameras in seinem Leben noch gar nicht gegeben. Bis vor wenigen Stunden hatte er auch keinerlei Ahnung gehabt, wie sehr die Menschheit den Engeln in Sachen Maschinerie wirklich hinterhinkte….
Die Maschinen, in denen sie saßen, hatten von außen trotz ihrer ungemein klobigen Form atemberaubend ausgesehen – Log bezweifelte nicht, dass diesem Effekt noch extra nachgeholfen wurde. Die Halle, in denen sie gestanden hatten, war auffällig ausgekleidet mit allerlei Teppichen und Lustern und Dingen eben, die ein Engelsherz höher schlagen ließen. Obwohl die Cherubinef… na ja, nicht allzu oft Besuch zu scheinen haben, hatten sie sich Mühe gegeben, alles schön aussehen zu lassen. Im Nachhinein merkte Log doch, dass das Verständnis für Magie dieses Völkchens nur von dessen Eitelkeit in den Schatten gestellt wurde – und die warf einen unglaublich langen Schatten.
Wie auch immer, bei den Maschinen handelte es sich um feinste Transportmechanik, die deutlich an Katzen orientiert wurde, wie allein die Form beweist. Noch dazu merkte Log erst, als er in der Maschine saß, dass auch die Geschmeidigkeit sich sehen lassen konnte. Noch dazu konnte dieses Ding aufgrund seiner mechanischen Beschaffenheit unheimliche Kräfte entfalten, was zur Folge hatte, dass sie in den Maschinen nur über Krater, Schluchten und Klippen hinwegpreschten. Doch hatten sie auch schlechte Aspekte an sich… mit Platz wurde scheinbar sehr gegeizt und gekleckert und so hatte Log schon nach einer Stunde Muskelschmerzen aufgrund der der unbequem gebeugten Lage…

Sehr viele Seen – das bedeutete der Name Sinnestria übersetzt. Kein besonders einfallsreicher Name, zugegeben, aber immerhin zutreffend… Schon bald erwies sich ein Weiterkommen mit den Pantherdingern, wie sie Log fürs erste dürftig getauft hatte, als schwer, da sie dazu neigten, aufgrund ihres Gewichts in dem schwammigen, mit vom Winter gefrorenen Wasser angesaugten Boden ständig einzusinken und spätestens, als Friedferd mit vollem Tempo gegen den ersten Baum des seltsamerweise dicht bewaldeten Gebietes rasselte, entschlossen sie sich, diese erst mal außen vorstehen zu lassen, bevor sich noch jemand ernsthaft verletzen konnte… Dass dabei sechs Paar Augen (auch Iskir schien verstanden zu haben, so schwer es Log auch verstehen konnte…) einzig auf Friedferd ruhten, merkte dieser nicht. Man kann nicht alles haben, was soll’s…
Alle Lichtungen des Waldmeeres, die Bäume nun von Winter und von Schnee kahl und weiß, waren gefüllt mit gefrorenen Seen, dessen Oberflächen mit feinem Schnee bedeckt waren. Seit sie in Sinnestria angekommen waren, hatte es begonnen, leicht zu schneien, ihre ganze Umgebung war gehüllt in magisches Weiß – märchenhaft. Seltsam, Log verstand nun, warum es einige Leute gab, die sich entschieden hatten, in dieser Gegend zu leben. Wie jede Gegend hatte auch sie etwas an sich, das auf mehr oder weniger Leute einfach anziehend wirken musste und auch wenn Log sich nicht vollends dafür begeistern konnte, er konnte es verstehen…
„Träumst du wieder?“, riss ihn eine Stimme zurück in die Wirklichkeit, in die er für kurze Zeit während der Rast eingedämmert war. Da jedes Plätzchen sich für eine Rast gleich gut ausgezahlt hatte und der Boden nahezu frei von jeglichem Unterholz war (überhaupt waren die Bäume auffällig klein, vielleicht konnten sie deswegen von Boden gehalten werden), hatten sie beschlossen, einfach zu rasten – und sich auch zu beraten, wie sie den Erendilen, den sie suchten, überhaupt finden wollten. Er konnte praktisch überall hier sein und nach ihm fragen konnten sie ebenfalls nicht, da sie bisher keine Menschenseele entdeckt hatten. Doch dies bremste Logs gute Laune nicht im Geringsten.
„Was wäre wenn?“, antwortete Log und zog mit einem wohligen Frösteln den Umhang enger, während er sich mit dem Rücken fester gegen Baumstamm drückte, in der Hoffnung, sich daran wenigstens ein bisschen wärmen zu können. „Träume sind nett, besonders wenn die Zeiten schlecht sind…“
„Träume sind…“, Friedferd zögerte und starrte stur zu Boden. „… Träume.“, beendete er schließlich mit einem Schulterzucken. „Sie werden ewig Träume bleiben. Überhaupt haben wir gänzlich andere Probleme.“
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K.d.E.

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KdE


« am: 17.10.2006 17:46:46 »

*vorsichtig umkuck* .o0( nicht mal Part 2 fertig gelesen und er fängt mir Part 3 an)

Ist der Schluß von Part 2 jetzt Final? Und Hätteste dazu nen ganzes Worddokument vorrätig? (Auf Forum mit "Bunte Farben" ist das auf Dauer nicht so angenehm ^^)
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kein Blog mit wirrem Zeug, die Löschen sich immer alle
Valden

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291912030
« am: 17.10.2006 17:56:41 »

Hm, *lach* Klar gibts ne Word-Version...
de.geocities.com/llednar15/Schatten2.doc
Sollt eigentlich gehen Smile Danke im Vorraus fürs Lesen!
« Letzte Änderung: 17.10.2006 18:00:12 von Valden » Gespeichert
Valden

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291912030
« am: 22.10.2006 22:38:36 »

So, habs letzten Endes doch geschafft, was zu Blatt zu kriegen, aber im moment scheinen eh alle eher weniger Zeit zu haben, einschließlich mir, sorry Smile

Die Sonne begann schon langsam unter zu gehen, die Dämmerung brach ein – eine Tageszeit, die Log nie wirklich gemocht hatte. Iskir, die sich neben Log zusammengerollt hatte, gähnte herzhaft ungeniert in das prasselnde Feuer, das die Kälte nicht sehr effektiv vertrieb. Es war ohnehin schon schwer gewesen, mit dem durchnässten und durchfrorenem Holz ein halbwegs anständiges Feuer zu entfachen, trotzdem war sein Wirkungsradius gering und schwach.
Friedferd hatte Recht – sie hatten wirklich andere Probleme. Noch immer wussten sie nicht, wo sie anfangen sollten, zu suchen, und obwohl schon kurze Zeit später eine mehr oder weniger hitzige Diskussion startete, entgleiste diese schnell und verlor ihr Ziel und als sie sich alle spät abends zum Schlafen legten, waren sie trotz aller Überlegungen zu keiner Lösung gekommen…

Zögerlich schritt Amnell auf die schneebedeckte Eisfläche hinaus. Schon früh hatte sie sich vom Lager weg geschlichen, um einen der nahe gelegenen Seen zu inspizieren, obwohl sie sich keinen sonderlichen Erfolg davon erhoffte. Warum sie das tat, hatte einen anderen Grund, nämlich den, dass es sie bisher immer fasziniert hatte, auf dem Wasser zu laufen. Schon als kleines Mädchen ist sie oft im Winter auf die Eisflächen hinausgegangen und hat das Gefühl genossen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt hatte diese Vorstellung etwas Besonderes an sich gehabt, Eleganz und Fantasie… die Frau auf Eis und Schnee, eingehüllt in einem weißen, wunderschönen Kleid. Die Frau, sie hockt auf dem Eis auf die typisch weibliche Art, ihr Kleid weit im Kreis ausgebreitet. Sie hält ihren Kopf leicht geneigt nach unten und ihr seidiges, langes, schwarzes Haar fällt ihr über ihre rechte Schulter, während ihre linke Gesichtsseite von einer kristallinen Haarspange völlig haarfrei gehalten wird…
Ja, auch Amnell hatte Träume wie andere Mädchen gehabt, sie hatte den Wunsch, eine Prinzessin zu sein, einfach nur etwas anders verspürt. Doch selbst seit sie die Erkenntnis gemacht hatte, das selbst Prinzessinnen selten wirklich jene Menschen waren, die man in ihnen sah, konnte sie diesen Wunsch nie wirklich aus ihrem Kopf verbannen. Sie träumte den Traum von jedem Mädchen… und wohl auch jeder Frau tief in sich, wenn der Alltag unschön wurde.
Doch heute war hier auch etwas anderes. Sie verspürte ein seltsames Gefühl, mit diesem See stimmte etwas nicht… Als sie etwas in der Mitte des Sees angelangt war, hockte sie sich nieder in den Schnee und genoss das Gefühl der Entspannung. Sie atmete die kühle Luft ein und aus, während sie die Augen einen Moment lang schloss und diesen Zeitpunkt auf sich wirklich ließ… doch erneut musste sie sich eingestehen, dass sie irgendetwas störte… Von ihrem neuen Standpunkt aus fühlte sie es sogar noch stärker.
Mit einem seltsamen Gefühl in der Magengegend wischte sie mit den kalten Händen die Schneedecke beiseite, bis sie eine kleine Fläche frei gelegt hatte… und tatsächlich, so als ob sie eine Wand niedergerissen hätte, schwappte ihr ein Schwall schwacher magischer Energien entgegen. Neugierig versuchte sie durch die Eisdecke etwas zu erkennen und obwohl diese ungewöhnlich klar war, konnte sie wenig erkennen, nur, dass da unten etwas Steiniges war. Sie näherte sich mit ihrem Gesicht der Oberfläche, bis ihre Nase beinahe das kalte Eis berührte, und verengte angestrengt die Augen. Erst vom Nahen sah sie, dass am Grund scheinbar eine Art… Steinplatte lag, die sich über den ganzen Grund erstreckte, doch aber an einigen Stellen große Löcher besaß, diese aber waren wahrscheinlich beabsichtigt. Alles in allem ergab die Platte eine Art Sternform, auf deren Mitte etwas eingraviert war, das Amnell aber trotz allem nicht entziffern konnte. Verwundert manövrierte sie sich wieder in ihre ursprüngliche Position, denn so nah am Eis war es eben doch ausgesprochen kalt…
„Kann ich Ihnen helfen?“
Erschrocken zuckte Amnell zusammen nach dem Bruch der Stille, die sie bis eben umgeben hatte, und drehte sich um. Der Sprecher war eine Gestalt am Ufer zwischen den zwielichtigen Bäumen, scheinbar männlich, dessen Kopf von einer schwarzen Kapuze verhüllte wurde. Er besaß eine blasse Haut, sein Körperbau, der ein wenig durch die schwarze Kleidung hindurch stach, war aber kräftig genug für einen einsamen Einsiedler… wahrscheinlich war er das auch, denn scheinbar verirrten sich nur selten Reisende hier her.
„Wer sind Sie?“, fragte Amnell überrascht, nicht, weil sie sich bedroht fühlte, sondern eher, weil sie das Gefühl hatte, dass dies der Gesuchte sein könnte… Der Mund, der eben noch geheimnisvoll aus dem Schatten der Kapuze hervorlugte, verzog sich ein wenig mürrisch.
„Das könnte ich Sie fragen… ebenso, was Sie hier eigentlich machen. So, wie es scheint, haben Sie die Inschrift gefunden…“
„Ich habe Ihnen eine Frage gestellt.“, unterbrach ihn Amnell standhaft, dies schien ihren Gegenüber einen Moment lang zu verwirren. Dann aber hob er die Hand und zog die Kapuze zurück, während er unter den Schatten der Bäume hervortrat… nur seine Augen blieben schwarz, wenn auch diese Schwärze letztlich doch zusammenschrumpfte. Kurze, schwarze Haare umspielten kantige Gesichtszüge, die sie alle vollkommen ausdruckslos entgegenstarrten, bevor der Fremde letztlich doch mit einer geschauspielerte Verbeugung antwortete:
„Darf ich vorstellen – Sisslocka. Freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen, mysteriöse Fremde.
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eulogy

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eulogy


« am: 23.10.2006 12:47:34 »

ok, schöner teil Smile

aber dass du bis jetzt keine zeit hattest, heißt nicht, dass du jetzt immer so trödeln kannst *zeter*
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Jilseponie
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Binchen


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« am: 28.10.2006 15:23:05 »

ierks teil 3 geht weiter und ich hab nichtmal teil 2 geschafft *heul*
Ich werd mich bemühen das alles nachzuholen! Versprochen!
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Valden

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291912030
« am: 28.10.2006 20:27:56 »

Ach, lass dir ruhig Zeit Smile Wird noch dauern, im Moment ist es daheim ziemlich hektisch, werd aber versuchen morgen noch was hinzuschreiben *lach* Nebenbei ist es doch trotz allem nicht viel, Bina... Smile Und fühl dich nicht gehetzt dazu, ließ es irgendwann, wenn du Lust hast - oder gar nciht, sollte der Fall nie eintreffen *lach*
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Valden

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291912030
« am: 29.10.2006 22:46:43 »

Das Ende ist doof, aber dramatischer gings net Smile

„Soso…“, antworte sie und schwieg einige Sekunden lang, in denen sie den fragenden Blick des Erendilen förmlich spüren konnte. „Ich habe eine schlechte Nachricht, Sisslocka.“ Amnell stand elegant auf und schlang fröstelnd die Arme um den Körper. Die Kälte hier war erbarmungslos und noch dazu musste sie nun ständig darauf achten, dass Sisslocka Leben stets gefährdet war.
„Ach? Also haben Sie mich gesucht? Nett, wenn man bedenkt, dass ich nicht oft von Frauen verfolgt werde.“ Er trat nun lächelnd vollkommen auf die Eisfläche, legte aber dabei wieder die Kapuze auf, fast so, als ob er Angst vor dem Licht auf der Lichtung hätte. Amnell legte nur etwas verwirrt den Kopf schief, studierte aber jede Bewegung ihres Gegenübers genau. Er war nicht ihr Feind, aber sie wusste trotzdem immer gern, mit wem sie es zu tun hatte… zu schlecht informiert zu sein kann nur zu oft zum Problem werden.
„Sanserey, die Schattenjägerin, und ihr Gatte sind tot. Ermordet.“
„WAS -?!“, schrie Sisslocka erschrocken und zuckte so sehr zusammen, dass er sogar auf der schneebedeckten Eisfläche ausrutschte und mit einem hässlichen Geräusch zu Boden fiel. Doch noch bäuchlings von der Eisfläche aus rief er ihr zu: „Woher weißt du von den Schattenjägern?!“ Und dann stockte er mitten in dem unbeholfenen Versuch, sich wieder aufzurichten. „Sanserey… und Gilliard… ermordet?“, flüsterte er mit zitternder Stimme. Amnell nickte ausdruckslos.
„Und jetzt hör mir gut zu, wenn du nicht der nächste sein willst.“

Mrschz’ Finger fuhren vorsichtig über das alte, vergilbte Papier, das übersäht war mit einer nahezu unleserlichen Handschrift. An manchen Stellen zeigte das Papier seltsame Zeichnungen, Muster und fremd aussehende Zirkel, doch Mrschz wusste nicht, was sie bedeuteten. Selbst der Bibliothekar, der in der Lage war, die Schrift zu lesen, konnte mit den Zirkeln nichts anfangen, er meinte, dass diese magischen Zirkelnund deren Anleitungen vollkommen nutzlos wären und nicht ein einziges Mal funktioniert hätten. Doch irgendwie fesselte Mrschz dieses Buch trotz allem, es kam ihm so… magisch vor. Magisch in seiner tiefsten Essenz Und doch, dies war Magie, die ihm fremd war, mit der er noch nie in Kontakt gekommen war und die in der noch mehr Zerstörungskraft innewohnte, als die Elementarmagie je hervorbringen könnte.
„Sitzt du schon wieder bei diesem verdammten Buch, du hirnloser Volltrottel?“
Eine Hand schlug ihm sachte gegen den Hinterkopf, dann trat Porrte in sein Sichtfeld und ließ sich auf einem der Stühle nieder, die um den Tisch standen, an den sich Mrschz gesetzt hatte. Die Bibliothek des Städtchens Sivreil war ein nettes Plätzchen, ein bisschen verstaubt, aber äußerst geräumig und Licht durchflutet – sogar bei Nacht. Im ersten und zweiten Stock reihte sich Regal an Regal, aber die Wände des Gebeäudes bestanden zu großen Teilen aus Fensterscheiben und überall standen Kerzen, an jedem Tisch und auf den Regalen.
„Dich Schreckschraube interessiert die romantische Atmossphäre wieder kaum, schon klar…“, antwortete Mrschz und verengte gereizt die Augen, Porrte aber schniefte nur ein Mal ungeniert.
„Nein. Rührt sie dich etwa gleich zu Tränen oder was?“
„Nö, nicht die Bohne.“, lächelte Mrschz und legte schelmisch den Kopf schief, während er rabiat das Buch zusammenklappte und schon mal mit einem Hustenanfall von der ausgelösten Staubwolke belohnt wurde. „Ich mag eigentlich keine Bücher.“ Echt nicht… „Ich versteck mich hier nur vor dir. Du machst mir Angst, weißt du das?“
„Wenn das wenigstens etwas nützen würde, du Blödmann, und jetzt wäre ich dir sehr verbunden, wenn du mitkommen würdest. Die Nacht ist noch lau und jung und wir -“ Ein plötzlicher Schrei zerriss die abendliche Stille im Haus und beide standen plötzlich so stocksteif da, dass die Stühle mit lautem Scheppern zu Boden fielen. Der Schrei war eindeutig weiblich gewesen, aber überhaupt war Mrschz bis vor kurzem der einzige im Haus gewesen… der einzige bis auf den Bibliothekar und die Angestellten.
„Er ist von unten gekommen!“, rief Porrte und rannte grazil über den Tisch, bevor sie mit weit ausgereiften Sätzen die Brüstung ansteuerte und kurzerhand hinab sprang. Ein Katzensprung… für eine Katze. Mrschz aber hatte schon Probleme, sich irgendwie aus dem Gewirr aus Tisch und Stuhl zu befreien, in dem er sich verheddert hatte und seine Landung unten war weit weniger katzenhaft als es an einen Meteoritenabsturz erinnerte und deswegen kam er 100 Jahre nach Porrte mit schmerzenden Knochen im Zimmer des Bibliothekars an, dessen Tür einladend weit offen stand.
Das Zimmer war genauso eingerichtet, wie man es sich für einen Bibliothekar vorstellt – mit Bücher und Kerzen, kleine Skulpturen zierten Schränke, die an den Wänden des eher kleinen Raums standen und im Zimmer brannten etwa ein dutzend Kerzen. Der Kerl ist ganz offensichtlich Kerzenliebhaber, durchzuckte es Mrschz… bevor sein Blick vorbei an Porrte und einer unbekannten Frau auf eine leichenblasse, alte Gestalt in einem Stuhl hinter dem Schreibtisch fiel. Das Gesicht war vom Alter stark gezeichnet, die Haare längst ergraut und Falten durchfurchten es schier überall, sein Mund aber war weit aufgerissen, wie zu einem stummen Schrei. Ein Messer zierte seine verwundete, rote Kehle.
Die Augen waren längst erloschen.
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Valden

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291912030
« am: 01.11.2006 22:34:29 »

Sodala, wieder ein Teil und ein Stückchen Wissen über die Existenz der Schatten Smile

Der blitzende Stahl der beeindruckenden und einzigartigen Vollkreisklinge rauschte mit wahnsinniger Geschwindigkeit und Zielstrebigkeit an Amnell vorbei auf das Ufer zu und schlug gleichzeitig eine teils blutige Bresche in die kleine, aber deswegen nicht weniger lebensgefährlichere Schar tollwütiger Feire, die mit einem Mal plötzlich überall um sie herum waren, vorwiegend fliegende und kreischende Herzsucher, weswegen Amnell schon trotz aller elfenhaften Anmut, die sie an den Tag legte, übersät mit allerlei blutigen Kratzern und Wunden war.
Während Amnell noch halb perplex dem kreisförmigen, blitzenden Tod nachstarrte, der eben an ihr vorbei gerast war, packte eine starke Hand mit schmerzenden Griff ihr Handgelenk und eine Sekunde später wurde sie erbarmungslos von dem in Schwarz gekleideten Erendilen mit gerissen, der die eben erzeugte Bresche zur Flucht nutzte. Der See war nicht sonderlich groß, nur wenige Schritte reichten, um sie zum Ufer zu bringen und somit ihnen im Zwielicht und in der Enge der Bäume einen markanten Vorteil zu verschaffen.
Der Druck auf Amnells Handgelenk verstärkte sich nun und die Schattenjägerin fühlte sich nach vorn in den Wald geschleudert, haarscharf vorbei an einem der scharfen Spitzen der 360°-Waffe, die sich tief in einen der erstbesten Bäume gebohrt hatte. Sisslocka blieb unvermittelt stehen, während er Amnell zu verstehen gab, weiter zu laufen, dann ertönte lautes Splittern und Amnell erblickte mit einem Blick über die Schulter die wie von Geisterhand geführte Waffe in Sisslockas Hände gleiten, der sich schnell herum drehte und ihr folgte.
Grazil sprang Amnell über eine große Wurzel und steckte die Schwerter ein, für das sie bis jetzt noch keine Zeit gefunden hatte. Resignierend gestand sie sich ein, dass der Weg zu den anderen abgehakt war – auch wenn sie nach all den Ereignissen kaum an einen Zufall glaubte. Die Monster waren wahrscheinlich nicht einfach nur so aufgetaucht, dafür waren sie zu zahlreich und zu organisiert gewesen und auch das war eine Tatsache, die Amnell nicht als bloßen Zufall abstempeln konnte. Feire waren nicht dumm und agierten meist den Rudeltieren nicht unähnlich, aber diese Herzsucher, die sicher nicht mal so organisiert waren wie Rudel, hatten ihnen aktiv den Weg abgeschnitten. Amnell kannte die Techniken und Wege, die zu diesem Ziel führten und sie erkannte auch, dass sie genau dieses Ziel angesteuert hatten. Jemand – oder gar die Schatten selbst – kontrollierte sie und dieser jemand versuchte sie mit dem einfachsten Mittel aus dem Weg zu räumen… durch den Tod…
Der Boden unter ihren Füßen verschwand plötzlich und eine Sekunde lang verharrte Amnell in der Luft, bevor ein Aufprall ihr die die Luft aus den Lungen presste und sie einige Mal um sich selbst rollte. Schnell erkannte sie, dass sie in einer Art erdigen Mulde gelandet war, scheinbar ausgelöst durch einen bereits längst vergangenen Erdrutsch und heute noch gehalten durch die Wurzeln eines der vielen Bäume. Während Amnell sich endlich aufrichtete und ihre schmerzenden Glieder reckte, vernahm sie einen weiteren Aufprall und entdeckte den Erendilen, der eben herab gesprungen war und sich umsah.
„Wir haben sie abgehängt… so wie es scheint.“, sagte er und stellte die Vollkreisklinge an die Wand der Mulde, bevor er sich selber setzte und den Rücken anlehnte. Dann sah er sie an, die Kapuze noch immer über den Kopf gezogen. „Wenn du mir Wahrheit erzählst, … ist mein Leben in Gefahr…“
„Nicht nur deines, das aller Schattenjäger. Deswegen müssen wir unbedingt wissen, worum es sich nun bei den Schatten genau handelt und wie man sie bekämpfen kann!“
„So, also weißt du auch von den Schatten?“ Er stockte kurz. „Wer ist eigentlich wir?!“
„Ich bin nicht alleine im Wald, aber das kann warten. Wer sind die Schatten?“, wich Amnell fordernd aus. Sisslocka zögerte.
„Das… ist nicht so leicht zu erklären… die Schatten, na ja, weißt du, sie… ach, was soll’s. Ich weiß es selber nicht und alle vor mir wussten es ebenfalls nicht!“ Amnell klappte der Kiefer herab und sie sah, wie sich schattenhaft seine Mundwinkel kräuselten. „War wohl nicht die Antwort, die du erwartet hast, nicht?“
„Allerdings nicht…“, murmelte Amnell verstört. „Aber… aber wisst ihr denn nichts Näheres über die Schatten?“ Er lachte.
„In all der Zeit haben wir uns etwas Wissen über sie angeeignet, das stimmt. Aber trotz allem wissen wir nichts über ihre innerste Essenz…“ Wieder zögerte er kurz. „Na ja, es existiert eine Vermutung… die ersten Auftritte der Schatten scheinen in Verbindung zu Alander zu stehen, dass zwischen Iodyson und dem heutigen Tag etwa gleich viel Zeit liegt wie zwischen Iodyson und Alanders Lebzeiten, ist sicher kein Zufall, wie mir eben auffällt…“ Sisslocka richtete sich auf und klopfte sich den Staub von der Kleidung, dann zog er die Kapuze vom Kopf. „Die Steinplatte, die du gesehen hast… sie ist nicht die einzige. Alander hat einige davon scheinbar vollkommen sinnlos in den Wäldern im Strome hinterlassen, allesamt am Grund eines Sees.“
„Und… was hast das mit den Schatten zu tun?“, fragte Amnell grübelnd. Sisslockas Gedankengänge waren zwar logisch und nachvollziehbar, aber besonders hilfreich jedenfalls auch nicht.
„Sie alle handeln von einem gewissen Siegel – und versiegeln konnte Alander ja meisterhaft. Auf der wahrscheinlich jüngsten Tafel ist aber ein weiteres Thema verzeichnet: Er spricht von einem Fehler im Siegel und einer Schwächeperiode. Das Siegel weist eine Schwäche gegenüber dem Zeichen des Todes auf und in dieser Schwächeperiode… wird das Zeichen des Todes Gestalt annehmen – doch die Gestalt wird inkomplett für die Dauer der Periode sein. Danach wird das Siegel zusammenbrechen.“
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eulogy

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eulogy


« am: 01.11.2006 23:38:48 »

hui.... ich freu mich auf weitere teile, die noch bis zum ende der woche kommen werden Smile
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Valden

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291912030
« am: 05.11.2006 23:22:27 »

Oha, gerade noch rechtzeitig Smile BIn jetzt drei Tage futsch, macht nix kaputt, ja?

Ja, das verstand sich gut mit Logs Empfindungen, die er ihnen berichtet hatte. Also war es doch nicht nur ein Gefühl gewesen – die Schatten waren inkomplett und dann konnte man gut nachvollziehen, warum sie dieses Verhalten annahmen. Es hatte durchaus wenig mit dem Wesen des Zeichens zu tun, Aggressivität war zwar stets ein Teil des Gesamtverhaltens gewesen, ist jedoch bis jetzt nie zu einem übermächtigen Bestandteil geworden. Viel mehr erinnerte es an ein Wesen, dem Gliedmaßen ausgerissen wurden und das nun starke Schmerzen fühlt, folglich handelt es unbedacht, fast schon wie ein Berserker. Zum Teil traf das sicher auch auf die Schatten zu – und die Folge war,… dass Igressa Recht hatte. Sie hatten nicht das Recht, die Schatten auszulöschen, um die Rassen zu retten. Die Schatten konnten nichts dafür, dass sie so handelten, einer der Rassen war Schuld an ihrem Leid.
„Ich muss hier weg, Amnell. Und zwar schnell.“, sagte Sisslocka plötzlich.
„Wie? Achso, sicher, hier ist es ohnehin zu gefährlich und wir müssen das Siegel finden.“
„Nein…“, unterbrach er sie im flüsternden Ton, hörte kurz konzentriert die Umgebung ab, wie als hätte er ein verdächtiges Geräusch gehört. „Nein, das meine ich nicht.“, führte er fort. „Das Siegel ist für mich im Moment zweitrangig. Es… geht um meine Schwester. Sie lebt in Li Arne, ist eine lange Geschichte, und ich muss hier dringend weg und sie warnen – auch sie ist eine Schattenjägerin… und eine, der bekanntesten noch dazu, das macht die Gefahr ja nur schlimmer…“ Amnell starrte ihn einige Sekunden nachdenklich an. Sie wusste, dass das ihren Plan nur komplizierte, aber in Sisslockas Augen las sie eine solche Leidenschaft, dass sie es gar nicht wagte, ihn umzustimmen. Sie hatten wahrhaftig größere Probleme.
„Das sollten wir nicht tun, Sisslocka,… aber ich verstehe dich. Wir sollten meine Freunde suchen, dann musst du uns alles über die Schatten erzählen. Ich bitte dich darum, es ist wichtig, wir machen uns danach aus, wer mit dir mitgehen wird – alleine können wir dich nicht gehen lassen, weil-“ Er hob beschwichtigend die Hand.
„Amnell… wo habt ihr gelagert?“

Es war nicht so einfach, sich durch die Umgebung zu schleichen und dabei allen Spähern auszuweichen, denn das waren die flatternden Herzsucher, die stets in Dreierpaaren auftauchten. Es war deutlich, dass sie nach ihnen suchen, ein weiteres Merkmal, dass Amnell zu Denken gab. Da Sisslocka sich gut in den Wäldern auskannte, fanden sie schnell die Lichtung, wo sie aufeinander getroffen waren, und von dort kannte Amnell den Weg, den sie sich eingeprägt hatte.
„Wie weit ist es noch?“, zischte Sisslocka und lauschte angestrengt.
„Nicht mehr weit…“, antwortete sie und linste um den großen Baum, hinter dem sie sich versteckt hatten. „Sie sind weg…“ Sie gab ihm ein Zeichen und schlich voran.
„Wir… lagerten genau… da hinten.“ Amnell war ein wenig verwundert, nichts zu hören und sehen von den anderen, wo sie doch so nah waren und beschleunigte besorgt ihre Schritte. Fast schon rennend sprang sie über einen gestürzten Baumstamm und ging zur windgeschützten Mulde, in der sie lagerten.
„Hop… la…“, entfuhr es ihr erschrocken – der Lagerplatz war leer. Es gab keine Anzeichen auf einen Kampf, das Feuer, das längst herab gebrannt war, glühte sogar noch.
„Oha.“ Entweder zeigte Sisslocka Mitgefühl nicht anderen Leuten oder aber es war ihm abgrundtief egal – so sah er nämlich aus. „Du bist doch nicht eine von denen, die dauernd irgendwelche unsichtbaren Leute erfinden, oder?“
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Valden

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291912030
« am: 11.11.2006 21:12:45 »

Huhu Smile Im Moment gehts ein wenig langsam, aber dank euch trau ich mich eh nicht, sonderlich lange auszusetzen *lach*

„Interessant. Scheinbar findest du das wirklich witzig, verblüffend.“, antwortete Amnell etwas schnippisch. Sie war nicht die Person, die sich leicht aus der Fassung von schlecht gezielten Kommentaren bringen ließ, aber im Moment schien einfach vieles daneben zu gehen. Sie hatten keinerlei Zeit und Log und die anderen waren nicht aufzufinden, ja, sie konnte sich nicht einmal sicher sein, ob sie noch am Leben sind…
„Ein wenig, zugegeben…“, grinste Sisslocka unverschämt. „Und nun entschuldige mich, ich hab leider keine Zeit, nach deinen Freunden zu suchen. Dafür…“, begann er, unterbrach sich aber abrupt und zog mit einer beiläufigen Bewegung die Kapuze vom Kopf, während er sich bückte und den Boden mit den Fingern abtastete. „Hier ist jemand gelegen…“, murmelte er stirnrunzelnd, dann kroch er in hockender Position hierhin und dorthin, während er weiterredete. „Da war scheinbar der Ellbogen, mit dem er seinen Sturz abgefangen hat… dann hat er seine Balance verloren, hier war der Rücken und hier der Kopf… was haben wir denn hier? Abdrücke von Hörnern?“ Er grübelte noch einige Sekunden lang still nach, dann hob er den Kopf und sah Amnell an. „Zu deiner Gefolgschaft… zählte nicht zufällig auch ein Mondrove?“ Amnell starrte ihn einfach verblüfft an und nickte dann zögerlich, trotzdem bemerkte er ihre Überraschung und lächelte sie charmant mit den tiefschwarzen Augen an.
„Jeder Schattenjäger musste Fährtenlesen können, weißt du? Das wird allen schon im Kindesalter beigebracht, ich habe mich aber aus privatem Interesse noch intensiver damit beschäftigt, also spar dir den Blick, ja?“ Er senkte den Blick wieder und starrte den nun, da Amnell darauf aufmerksam gemacht wurde, deutlich sichtbaren Abdruck in der harten, dünnen Eisdecke nachdenklich an, dann sprang er elegant eine kurze Distanz weiter.
„Er ist hier weiter gerannt, er muss gehetzt gewesen sein. Ah, hier ist noch eine zweite Spur, und beide führen in diese Richtung… glaube ich.“, er deutete in eine Richtung.
„Das ist vollkommen unmöglich… Wovor sollten sie geflüchtet sein?“, fragte Amnell ungläubig, doch Sisslocka hob nur ahnungslos die Schultern. „Sind sonst keine Spuren da? Eventuelle Verfolger oder Federn oder auch Krallen, was weiß ich.“
„Nein.“ Er schüttelte den Kopf. „Aber es gibt zahlreiche Arten von Monstern die nicht am Boden kämpfen und keine Federn haben. Sie sind auch meistens die wenigen Arten, die mit der Gabe der aktiven Magie gesegnet wurden – das heißt, im Falle eines Falles werden wird kein Blut finden, bestenfalls nur die Leichen…“
Ihr Blick strich noch einmal angestrengt über den Lagerplatz, dann schritt sie langsam an Sisslocka vorbei in die Richtung, in die er gedeutet hatte – und stockte kurz im Schritt, bevor sie mit weit ausgreifenden Schritten weiter rannte.
„Log…“, flüsterte sie kaum hörbar, als sie zahlreiche, weiße Stämme entdeckte die mit einer fingerdicken Frostschicht überdeckt waren und im Licht der späten Nachmittagssonne wie Kristalle glänzten, doch die Äste waren nicht nur festerem Frost bedeckt, sie waren regelrecht eingeeist. Dann entdeckte ein kleines Ding im Schnee am Boden liegen, am ersten Blick sah es aus wie ein harmloses, etwas zu groß geratenes Eichhörnchen, aber etwas war anders… Es war kräftiger und dunkler, sein Schwanz war auch nicht buschig, sondern zottelig, und selbst, wenn es tot war, strahlte es die typisch bedrohliche Aura der Feire aus. Dies war kein harmloses, schüchternes Eichhörnchen… und seine Kumpanen hatten unter Umständen schon ihre Freunde auf dem Gewissen.
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eulogy

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eulogy


« am: 12.11.2006 02:45:12 »

hoi.... jetzt wieder wieder spannend!
weiter so, dann hast du von uns nix zu befürchten Smile
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Valden

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291912030
« am: 18.11.2006 22:13:07 »

PAH, ICH und etwas zu BEFÜRCHTEN! Eher solltet ihr etwas BEFÜRCHTEN! Keiner hat mir gesagt, dass Mrschz gar net bei der Gruppe dabei war, und zwar seit Ewigkeiten *lach* Jetzt muss ich alles improvisieren, obwohl das Ende dadurch nur besser geworden is, hihi

Der eisig glänzende Roboter aus den Werkstätten der Engel war ebenso überzogen mit einer Frostschicht wie die Bäume vorhin, nur mit dem Unterschied, dass es sich diesmal um  natürlichen Frost handelte, weswegen das Metall die gesamte Umgebung in einen eisigen Hauch hüllte. Mit einem flauen Gefühl in der Magengegend stakte Amnell durch den Schnee über den niedergerissen Baumstamm, dessen Leben Friedferd so erbarmungslos wie ungewollt beendet hatte, auf die Maschine zu. Traurig betrachtete sie den zerwühlten Schnee, den die zwei anderen Maschinen verursacht hatten, als sie den Befehl zur Flucht bekommen haben mussten – sie hatten Amnell alleine gelassen und selbst wenn sie sich denken konnte, dass sie erst mal zusehen mussten, am Leben zu bleiben, es schmerzte sie, nun verlassen zu sein.
„Wahnsinn…!“, flüsterte Sisslocka fassungslos und trat langsam neben sie. „Das gibt’s ja nicht…“ Zögerlich schritt er näher heran und berührte mit spitzen Fingern die kalte Oberfläche, bevor er Amnell einen immer noch fassungslosen Blick zuwarf. „Woher hast du… dieses wunderbare… Teil…?“ Sie antwortete nicht sofort und verscheuchte dann beinahe gewaltsam die düsteren Gedanken, die ihren Geist umkreisten, und sie versuchte, Sisslocka anzulächeln, vergeblich. „Du würdest es mir nicht glauben, wenn ich es dir erzähle.“ Mit zwei weit ausgreifenden Schritten war sie bei der Maschine und nutzte den Schwung, um sich rauf zu hangeln. Dann öffnete sie die Einstiegsklappe oben und winkte Sisslocka heran. „Komm, es wird zwar verteufelt eng hier drinnen, aber der Platz sollt trotzdem reichen.“ Ein breites Lächeln stahl sich auf sein Gesicht, als er begann, hinauf zu klettern.
„Es gibt Männer, die würden ihre rechte Hand dafür hergeben, nur um zusammen mit einer schönen Frau wie dir in einer engen Maschine eingesperrt zu sein…“ Amnell seufzte laut. Sie hoffte, dass Sisslocka dies wirklich vollkommen scherzhaft gemeint hatte.
„Und es gibt Männer, die haben ihre rechte Hand schon hergeben müssen, nur weil sie daran gedacht haben, also tu mir bitte den Gefallen und zwing mich zu nichts.“ Dies verstärkte Sisslockas Grinsen nur, als er sich in die Maschine quetschte.
„Macht nichts, ich mag auch starke Frauen…“
„Und ich mag Hände, am besten schön knusprig durchgebraten.“
„Eine makabere Vorstellung…!“, meinte er schließlich nickend, nun nicht mehr grinsend.
„Deswegen solltest du die Vorstellung nicht zur Wirklichkeit werden lassen und die Klappe halten. Sei schön brav und lass deine Hände von Dingen, die dich nichts angehen und du wirst die Fahrt unbeschadet überleben, ja?“
„Damit das klar ist…“, begann er schließlich erneut, diesmal aber ernst. „Ich habe absolut keine Zeit, nach deinen Kollegen zu suchen, so Leid es mir tut. Also entweder steuerst du dieses Ding nach Li Arne oder ich steige aus und reise zu Fuß…“ Amnell drehte sich in der halb liegenden Pose so gut es ging um und sah nach hinten in Sisslockas, vom aus der offen stehenden Klappe einfallendem Licht beleuchten Gesicht, während sie nachdachte.
„Du… bist der erste Schattenjäger, den wir gefunden haben, weißt du? Ich kann dich gar nicht gehen lassen, vielleicht sehen wir nie einen wieder…“, meinte sie schließlich laut grübelnd.
„Wunderbar. Wirst du mich mit einer Kopfnuss bewusstlos hauen und fesseln? Starke Frauen haben leider doch den einen oder anderen Nachteil…“ Eine Augenbraue schoss ihrer Stirn entlang in die Höhe. Dass so etwas Schattenjäger war, war unfassbar.
„Lass die Albernheiten, ja? In diesem Ding sind wir um einiges schneller in Li’Arne als ohne… und Log und Mrschz können ganz gut alleine auf-“ Sie stockte mitten im Satz und runzelte erschrocken die Stirn. Log und Mrschz… das war falsch. Mrschz war nicht bei ihnen gewesen, schon lange, wie konnte sie das nur vergessen haben? Aber wo war Friedferds Spur abgeblieben? Und wer der geheimnisvolle Gehörnte, dessen Spur Sisslocka ausfindig gemacht hatte? Oder war es gar letztlich nicht mal ein Mondrove gewesen,… sondern etwas… Anderes? Aber wenn Friedferd scheinbar nicht bei den beiden gewesen war – wer steuerte dann die zweite entschwundene Maschine? All diese Fragen – sie reihten sich eine nach der anderen in sekundenschnelle auf und Amnell war so schockiert von der Plötzlichkeit, dass sie einige Sekunden, wenn nicht Minuten lang, einfach abwesen war. Und all diese Fragen reihten sich um eine Kernfrage, die Person, ohne die es diese Reise nicht geben würde: Wo… war… Log…?
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eulogy

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eulogy


« am: 19.11.2006 11:15:25 »

hui.... nicht schlecht
wenn du uns aber diesmal wieder eine woche ohne nachschub lässt, greife ich deinen account an :P
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Weltherrschaf

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Loewenzahn


« am: 19.11.2006 11:17:31 »

Lass das lieber der verkommt so schon genug^^
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Und damit du es verstehst,         ||  alias gcc='rm -f'
Du folgst den falschen Führern.    ||  AE war toll!!1
Der Kampf ist nie vorbei,          || '; FLIP TABLES; --
Du bist nicht frei.                ||   ︵ ┻━┻
Valden

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291912030
« am: 19.11.2006 14:22:26 »

Psssst, das muss ja nicht gleich überall rumposaunt werden, Schaf! Smile Nächstes mal komm ich nicht in deine Ally, manoman! Ich hab erst jetzt gemerkt, dass es bereits ne Woche her war, ojemine! Verzeiht, ich geb mir Mühe Smile
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